Stempelschneider

Als Stempelschneider bezeichnet man einen Künstler, der Entwürfe für Münzen, Medaillen oder Plaketten anfertigt und diese häufig auch umsetzt. Die Umsetzung der Entwürfe kann entweder als Guss oder als Stempel für Prägungen erfolgen. Heute ist Medailleur die gebräuchlichere Bezeichnung für diese Tätigkeit; weitere Synonyme dafür sind Eisenschneider oder Eisengräber.

Traditionsreiches Berufsbild

Insbesondere die beiden letztgenannten Bezeichnungen spielen darauf an, dass die Münzbilder von den Münzgraveuren ursprünglich mit einem Stichel direkt in das Münzeisen beziehungsweise den Münzstempel "eingegraben" wurden.

Dies erfolgte spiegelbildlich und vertieft, also umgekehrt zu dem jeweils beabsichtigten Münzbild. Die Stempelschneider waren zur Herstellung von Münzstempeln in der Regel vom Staat angestellt, durften ihr Einkommen jedoch häufig dadurch aufbessern, dass sie neben den offiziellen staatlichen Aufträgen auch private Aufträge zum Entwurf und zur Herstellung von Medaillen übernahmen.

Umfassende handwerkliche und künstlerische Ausbildung

Der Weg in eine berufliche Tätigkeit als Stempelschneider führte über mehrere Ausbildungsstufen. Am Beginn stand dabei typischerweise eine Ausbildung als Graveur, die die notwendigen handwerklichen Grundlagen vermittelte.

Daran schloss sich eine künstlerisch geprägte Ausbildung an, bei der insbesondere das Modellieren und das Porträtzeichnen im Vordergrund standen. Häufig besuchten die angehenden Stempelschneider zu diesem Zweck eine Kunsthochschule.

Nach Abschluss dieser Ausbildung mussten sich die Absolventen zunächst einige Zeit als Hilfsgraveure bewähren, bevor sie eine staatliche Anstellung erhielten.

Heutige Verfahrensweise

Die Tätigkeit der Stempelschneider ist heute weitgehend durch moderne Fertigungsverfahren zur Herstellung von Münzstempeln abgelöst worden. Dabei wird von einem Künstler zunächst eine Zeichnung angefertigt. Nach dieser Zeichnung wird ein vergrößertes Gipsmodell hergestellt, das mithilfe entsprechender Computertechnik abgetastet und mittels Gravier-Fräsmaschine auf die vorgesehene Größe übertragen wird.

Auf diese Weise entsteht eine Urmatrize, die noch von Graveuren nachgearbeitet wird. Anschließend wird davon durch Absenkung die Arbeitspatrize hergestellt. Mit dieser erhalten die Münzstempel ihr Negativbild durch eine Presse eingepresst.

Obwohl diese Verfahrensweise inzwischen dominiert, haben Medailleure auch im 20. Jahrhundert noch Entwürfe in der Tradition der alten Stempelschneider mit dem Stichel spiegelbildlich und vertieft direkt in den Stahlstempel geschnitten und auf die Nutzung der Reduziermaschine verzichtet.

Signaturen der Stempelschneider - nicht mit dem Münzmeisterzeichen zu verwechseln

Münz- oder Medaillensignaturen dürfen nicht mit den Münzmeisterzeichen verwechselt werden. Sie kennzeichnen auf Medaillen und Münzen das Werk der Stempelschneider beziehungsweise Medailleure als Urheber. Häufig sind sie an einer versteckten Stelle zu finden.

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