Überprägung

Bei der Münzprägung erfolgt üblicherweise die Nutzung von Münzrohlingen, sogenannten Ronden, die für die Erstellung einer Münze genutzt werden. Dieser Rohling ist bereits fertig erstellt, hat allerdings keine Prägung, da diese erst später aufgebracht wird.

In der Geschichte wurden für die Münzprägung in den Anfängen, also in etwa im 6. Jh. v. Chr., Metalltropfen mit einem Meißel zu einer Münze geprägt. Auch hier wurde stets ein frisch geschmolzener Metalltropfen für die Münzerstellung genutzt.

Bereits bestehende Münzen prägen

Neben der Prägung von frischen Münzrohlingen, sogenannten Schrötlingen oder Ronden, ist aber auch die Nutzung bereits bestehender und geprägter Münzen für die Münzprägung eine geläufige, wenn auch seltener genutzte Technik.

Bei dieser Art der Münzprägung spricht man von der Überprägung. Das heißt, dass eine Prägung auf eine bereits geprägte Münze darüber aufgebracht wird.

Gründe für eine Überprägung

Die Überprägung einer Münze kann sehr unterschiedliche Gründe haben. Zum einen kann dies aus Sparsamkeitsgründen geschehen, um nicht mehr genutzte Münzen so wiederzuverwerten und keine Zusatzkosten für Rohlinge bei der Münzprägung zu haben. Aber auch gezielte politische und religiöse Gründe können eine Rolle spielen, wenn die Überprägung einer Münze stattfindet.

Ein historisch sehr populärer Vorgang der Überprägung fand zu Zeiten Kaiser Neros beziehungsweise nach dessen Tod statt. Im Namen der sogenannten "domnatio memoriae", was übersetzt als "Verdammung des Andenkens" beschrieben werden kann, wurden die mit seinem Antlitz oder an ihn erinnernden Münzen überprägt, um eben jenes Andenken an ihn zu verdammen.

Überprägung in Antike und Mittelalter

Schon in der Antike und im Mittelalter war die Technik der Überprägung auch sonst gängige Praxis. Neben den genannten politischen und religiösen Gründen und den Kostengründen kam auch noch der Vorteil hinzu, dass das Überprägen einer Münze eine Technik ist, die relativ einfach umsetzbar ist.

Die Durchführung der Überprägung findet dahingehend statt, dass anstelle einer Ronde beziehungsweise eines Schrötlings eine schon vorhandene und geprägte Münze ohne weitere Vorbearbeitung in die Prägeeisen eingelegt wird und das neue Münzbild dann mittels Hammerschlag über dem vorhandenen Motiv aufgebracht wird.

Spuren der alten Münze

Weil diese Technik recht einfach ist, sind fast immer noch Spuren der alten vorhandenen Motive auf den Münzen zu finden, denn eine komplette Überprägung, welche die vorherige Prägung grundsätzlich unsichtbar macht, ist nicht realisierbar.

Für Wissenschaftler ist die Überprägung dahingehend interessant, dass hier die Gründe für diese Überarbeitung in Erfahrung gebracht werden können, weil die Erstprägung und das Überprägen manchmal in Kausalzusammenhang stehen. Für Sammler kann eine solche Münze ein sehr wertvolles Sammlerstück darstellen, denn sie hat eine Einzigartigkeit aufzuweisen.

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