Münzfuß

Der Begriff Münzfuß steht für rechtskräftige Bestimmungen vonseiten offizieller Münzherren bezüglich der Menge und Art von Münzen, die aus dem aktuell gültigen Münzgrundgewicht zu schlagen sind. Demzufolge gibt der Münzfuß letztendlich auch das Feingewicht und somit den Feingehalt der betreffenden Münzen an, also die tatsächliche Menge eines bestimmten Edelmetalls und dessen Verhältnis zum Gesamtgewicht der Münze. Folglich war der Münzfuß bis zur Einführung von Währungsmünzen, deren Münzwert alleine von ihrem Nennwert abhängt, ausschlaggebend für den Wert einer Münze.

Bedeutende Münzfüße der Antike

Als ältester Münzfuß der Geschichte gilt der äginäische Fuß der Insel Ägina, der festschrieb, dass aus einem Münzgrundgewicht von etwa 12,3 Gramm ein Stater a 12,3 Gramm oder zwei Drachmen zu je 6,15 Gramm zu schlagen sind. Dem äginäischen Fuß folgte der attische Münzfuß, der das Münzgrundgewicht auf knapp 17,5 Gramm anhob. Zudem sollten aus dem neuen Grundgewicht fortan eine Tetradrachme, zwei Stater oder vier Drachmen geschlagen werden. Im Römischen Reich gab es im Laufe der Zeit aufgrund von diversen Münzreformen gleich mehrere Münzfüße. Der wohl erste Fuß, der sich noch stark am attischen Fuß orientierte, schrieb als Münzgrundgewicht das römische Pfund (circa 327,4 Gramm) vor, aus dem zunächst 84 Denare a 3,9 Gramm gefertigt werden sollten. Kaiser Nero setzte das Feingewicht des Denars dann auf 3,3 Gramm herab.

Einige Münzfüße der Neuzeit im Überblick

Das mittelalterliche Münzwesen Europas war so stark durch das karolingische Münzsystem geprägt, dass damals nahezu jedem europäischen Münzfuß das karolingische Pfund als Münzgrundgewicht zugrunde lag. Aus besagtem Pfund sollten 20 Schillinge oder 240 Pfennige geschlagen werden. Während Großbritannien am karolingischen Münzsystem noch bis zum Jahr 1971 in beinahe unveränderter Form festhielt, führte das Römisch-Deutsche Reich zum Beginn der Neuzeit mit der Mark eine eigene Münzgrundgewichtseinheit ein, auf der folgende Münzfüße, wie zum Beispiel der 9-Taler-Fuß von 1566 oder der 14-Taler-Fuß von 1750, aufbauten. Im Zuge der allgemeinen Umstellung auf das Dezimalsystem wurde die Mark allerdings gegen das 500 Gramm schwere Zollpfund ersetzt. Ende des 19. Jahrhunderts folgte dann in vielen Staaten noch eine Münzfußumstellung vom einstigen Silbermünzfußstandard hin zum neuen Goldstandard.

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