Charon und die Münzen

Der Fährmann Charon spielt in der griechischen Mythologie eine wesentliche Rolle. Er ist es, der die von Hermes an die Totenreich-Grenze geführten Seelen der Verstorbenen empfängt. Charons Aufgabe ist es, die Seelen über den Unterweltfluss Styx bis zur Pforte des zwischen Erde und Hölle ("Tartaros") gelegenen Totenreich-Abschnitts Hades zu fahren. Nur die Seelen von ordnungsgemäß bestatteten Toten dürfen nach den göttlichen Regeln befördert werden.

Fährlohn

Wichtiger Bestandteil der Beförderungsbedingungen war auch die Zahlung eines Fährlohns ("Porthmeion", "Viaticum") an Charon. Zu diesem Zweck wurde den Toten ein Geldstück in den Mund gelegt. Seelen ohne ordnungsgemäße Bestattung, also auch ohne Fährgeld, mussten am Ufer des Styx bleiben und dort eine noch elendere Existenz fristen als im Hades.

Charon und die Münzen

Die antike Beigabe von Münzen, bisweilen allgemein als "Charons Münzen" bezeichnet, lässt sich bis auf das sechste vorchristliche Jahrhundert zurückverfolgen. Die ältesten Münzbeigaben in Gräbern wurden für Zypern belegt. Strittig ist, ob die für spätere Jahrhunderte festgestellte Bestattungs-Praxis, den Toten Münzen auf die Augen zu legen, im Zusammenhang mit den Fährmünzen für Charon zu sehen ist. Einige Experten vermuten, dass die auf den Augen abgelegten Münzen Fährlohn für eine Rückfahrt sein sollten.

Obulus

In der Regel wurde den Toten die Kleinmünze Obolós ("Charonspfennig") beigegeben. Diese ist im deutschen Sprachgebrauch heute als "Obulus" sprichwörtlich für "kleinerer finanzieller Beitrag" bekannt gewordenen. Sechs dieser griechischen Silbermünzen hatten den Wert einer Drachme. Der Begriff "Obolós" bedeutete ursprünglich "Hacke" oder "Spieß" und weist auf die mögliche Herkunft der Münze als eckiges Geldstück ("Hacksilber") hin.  Im Mittelalter und in der Neuzeit tauchten die Bezeichnungen "Obolus", "Obol" oder "Obloe" für kleinere Münzen vereinzelt wieder auf. So wurden halbe Sachsenpfennige nicht nur "Hälblinge", sondern auch "Obole" genannt. Die Münzen wurden zwischen 1818 und 1833 für die Vereinigten Staaten der Ionischen Inseln, einem unter britischem Protektorat stehenden Zusammenschluss nordwestgriechischer Inseln, geprägt. Sie trugen ebenfalls die Bezeichnung "Oboloi".

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