Die Prägestätten der Euro-Münzen: Wo deutsche Werte entstehen
Ein kleiner Buchstabe mit großer Bedeutung: Wer deutsche Münzen sammelt, kommt an den fünf Prägestätten nicht vorbei. Während viele Euro-Länder ihre Produktion zentralisiert haben, leistet sich Deutschland aus historischer Tradition fünf aktive Standorte. Gerade im Jahr 2026, mit der Einführung der neuen 35-Euro-Silbermünzen, rückt die Jagd nach den kompletten Prägesätzen (A–J) wieder in den Fokus der Sammler.
- A: Berlin (älteste und größte Prägestätte)
- D: München (Bayerisches Hauptmünzamt)
- F: Stuttgart (Staatliche Münze Baden-Württemberg)
- G: Karlsruhe (Staatliche Münze Baden-Württemberg)
- J: Hamburg (Hamburgische Münze)
Die fünf deutschen Traditionsschmieden
Jede deutsche Euro-Münze – vom Cent-Stück bis zur goldenen 100-Euro-Säule – trägt ein spezifisches Münzzeichen. Dieser Großbuchstabe verrät Ihnen sofort, in welcher Stadt das Stück geprägt wurde:
Verteilung des Prägevolumens (Raritäten-Check)
Für Komplett-Sammler ist die Frage nach der Häufigkeit entscheidend. Die Bundesbank verteilt die Aufträge nicht gleichmäßig, sondern nach dem "Königsteiner Schlüssel", der sich an der Einwohnerzahl der Bundesländer orientiert. Das bedeutet für Sie: Eine Münze mit dem Buchstaben G ist deutlich seltener zu finden als ein Stück aus Stuttgart.
| Prägestätte (Stadt) | Offizieller Name | Kürzel | Anteil ca. |
|---|---|---|---|
| Berlin | Staatliche Münze Berlin | A | 20 % |
| Hamburg | Hamburgische Münze | J | 21 % |
| Karlsruhe | Staatliche Münze Baden-Württemberg | G | 14 % |
| München | Bayerisches Hauptmünzamt | D | 21 % |
| Stuttgart | Staatliche Münze Baden-Württemberg | F | 24 % |
Experten-Tipp: Das "G" im Fokus
Achten Sie bei Ihren Sammlungen besonders auf den Buchstaben G (Karlsruhe). Mit nur ca. 14 % Produktionsanteil ist es das seltenste deutsche Münzzeichen im Euro-Zeitalter.
Bei Fehlprägungen oder in der Erhaltung "Stempelglanz" erzielen G-Münzen auf dem Zweitmarkt oft höhere Preise als die häufigen F-Prägungen aus Stuttgart, obwohl beide aus demselben Bundesland stammen.
Wichtig für Sammler der neuen Nominale 2026
Seit der Einführung der 35-Euro-Silbermünzen und der 50-Euro-Silbermünzen im Jahr 2026 gilt: Wer eine offizielle Sammlermünze "komplett" besitzen möchte, benötigt bei Spiegelglanz-Sätzen oft alle fünf Buchstaben. Bei den beliebten 2-Euro-Gedenkmünzen sammeln viele Numismatiker traditionell den kompletten Satz (A-J), um den Wert der Kollektion zu maximieren.
Warum fehlen die Buchstaben B, C, E und H?
Ein Blick auf die Reihe A, D, F, G, J wirft oft Fragen auf. Die Lücken sind historische Zeugen der deutschen Geschichte. Prägestätten, die geschlossen wurden oder heute nicht mehr auf deutschem Staatsgebiet liegen, nahmen ihre Kennung mit in den Ruhestand:
- B: Stand früher für Hannover (bis 1878) und Wien (1938–1944).
- C: War das Zeichen für Frankfurt am Main (bis 1879).
- E: Markierte Münzen aus Muldenhütten (Sachsen, bis 1953).
Häufige Fragen zu den deutschen Prägestätten
Das seltenste Prägezeichen auf deutschen Euro-Münzen ist das "G" für Karlsruhe. Mit einem Anteil von nur ca. 14 % am Gesamtvolumen werden hier die wenigsten Münzen geprägt. Dies macht Münzen aus Karlsruhe – besonders bei Fehlprägungen oder in hoher Erhaltung – oft etwas begehrter bei Detail-Sammlern.
Das hängt von Ihrem Anspruch ab. Einsteiger begnügen sich oft mit einem Exemplar pro Motiv (Typensammlung). Ambitionierte Numismatiker und Investoren bevorzugen jedoch den sogenannten "Komplettsatz" (A-J). Besonders bei den offiziellen Kursmünzensätzen in "Spiegelglanz" ist das Sammeln aller fünf Prägestätten der Standard, um das Set vollständig zu halten.
Die Position variiert je nach Münztyp und Jahrgang. Bei den normalen Euro-Kursmünzen finden Sie den Buchstaben auf der nationalen Rückseite (die Seite mit dem Adler, Brandenburger Tor oder Eichenlaub). Bei den 2-Euro-Gedenkmünzen ist der Buchstabe meist gut sichtbar im inneren Kernbereich (Pille) platziert.