Reinigung von Münzen in Polierter Platte (PP)
Münzen in der höchsten Prägequalität Polierte Platte zeichnen sich durch eine extreme Oberflächenempfindlichkeit aus. Eine Reinigung ist daher grundsätzlich nicht zu empfehlen, da sie fast ausnahmslos zu einem erheblichen und irreversiblen Wertverlust führt. Die korrekte Handhabung und Lagerung sind entscheidend für den Werterhalt.
- Grundsatz: Die Reinigung von Münzen in der Erhaltung Polierte Platte sollte unter allen Umständen vermieden werden.
- Risiko: Jegliche mechanische oder chemische Einwirkung führt zu irreparablen Schäden wie Haarkratzern und mindert den Sammlerwert drastisch.
- Handhabung: Exemplare sind ausschließlich in ihrer Schutzkapsel zu belassen und bei Bedarf nur mit speziellen Münzhandschuhen zu berühren.
- Ausnahmefall: Lediglich bei unumgänglichen starken Verschmutzungen kommen für Experten spezielle, nicht-abrasive Tauchbäder infrage.
Charakteristika und Empfindlichkeit von PP-Prägungen
Die Prägequalität „Polierte Platte“ (PP) oder „Proof“ (PF) bezeichnet die höchste Herstellungsstufe einer Münze. Der Prozess involviert speziell polierte Münzplättchen (Ronden) und Prägestempel. Durch mehrfaches Prägen mit geringerem Druck entsteht ein charakteristisches Erscheinungsbild: ein makellos spiegelnder Münzgrund, von dem sich das Relief (Motiv) scharf und mattiert abhebt. Diese perfekte Oberfläche ist extrem empfindlich. Jede Berührung, jeder kleinste Kratzer oder chemische Einfluss zerstört die feine Struktur und ist sofort sichtbar.
Folgen einer unsachgemäßen Behandlung
Der Versuch, eine PP-Münze zu reinigen, führt fast immer zu einer Wertminderung. Die Risiken umfassen:
- Haarkratzer (Hairlines): Selbst die Verwendung weichster Tücher verursacht mikroskopisch feine Kratzer auf dem spiegelnden Münzgrund, die den Wert erheblich reduzieren. Das Polieren einer PP-Münze ist ein fundamentaler Fehler.
- Chemische Veränderungen: Fingerabdrücke enthalten Säuren und Salze, die mit dem Münzmetall reagieren und zu permanenter Korrosion führen. Falsche Reinigungsmittel können die Oberfläche angreifen oder Flecken hinterlassen.
- Beschädigung des Reliefs: Das mattierte Motiv kann durch abrasive Behandlung ebenfalls beschädigt werden, wodurch der prägnante Kontrast zum Münzgrund verloren geht.
Einmal beschädigt, kann der Originalzustand einer PP-Münze nicht wiederhergestellt werden.
Eigenschaften von Münzen in Polierter Platte (PP)
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Prägequalität | Höchste Herstellungs- und Qualitätsstufe für Sammlermünzen. |
| Münzgrund (Feld) | Vollständig spiegelnd, hochglanzpoliert und frei von jeglichen Fehlern. |
| Relief (Motiv) | Mattiert, oft als „gefrostet“ beschrieben, für einen starken optischen Kontrast. |
| Empfindlichkeit | Extrem hoch gegenüber Berührungen, Kratzern, Staub und chemischen Einflüssen. |
| Handhabung | Stets gekapselt aufbewahren; Anfassen nur am Rand und ausschließlich mit Baumwoll- oder Nitrilhandschuhen. |
Fachgerechte Handhabung als Alternative zur Reinigung
Die beste Methode zum Erhalt einer PP-Münze ist die Prävention. Dies beinhaltet die Lagerung in der originalen, intakten Münzkapsel an einem trockenen Ort mit stabiler Temperatur. Sollte sich loser Staub auf der Kapsel befinden, kann dieser mit einem weichen Pinsel entfernt werden. Die Münze selbst sollte unter keinen Umständen aus der Kapsel genommen werden, es sei denn, es ist absolut unumgänglich. In einem solchen Fall ist das Tragen von Münzhandschuhen zwingend erforderlich.
Experten-Hinweis
Eine über die Zeit entstandene, gleichmäßige und natürliche Patina wird von vielen Numismatikern eher akzeptiert als eine unsachgemäß gereinigte Münze mit irreparablen Haarkratzern. Der Grundsatz lautet: Konservieren statt Restaurieren. Der ursprüngliche Zustand einer Münze ist für die Bewertung maßgeblich.
Häufige Fachfragen
Stempelglanz-Münzen (ST, UNC) besitzen eine durchgehend seidenmatte Oberfläche, die weniger empfindlich ist. Kleinere Fehler sind hier weniger prominent. Bei PP-Münzen zerstört hingegen jeder physische Kontakt mit dem spiegelnden Münzgrund die makellose Optik und ist sofort als Defekt erkennbar.
Nur mit größter Vorsicht und durch Fachpersonal. Falsche Anwendung, zu hohe Frequenzen oder ungeeignete Reinigungsflüssigkeiten können die Oberfläche dauerhaft beschädigen. Zudem muss sichergestellt sein, dass die Münze im Gerät keine harten Oberflächen berührt (Kavitationserosion).
Sofortiges Handeln ist entscheidend, die Erfolgsaussichten sind jedoch gering. Nur absolute Experten können versuchen, die Fette mit reinem Aceton oder speziellen Lösungsmitteln abzuspülen, ohne die Münzoberfläche mechanisch zu berühren. In den meisten Fällen bleibt ein permanenter Schaden in Form einer Verätzung zurück.
Ja. Professionelle Tauchbäder entfernen nicht nur unerwünschte Anlaufschichten oder Verschmutzungen, sondern auch eine eventuell vorhandene, schützende oder ästhetisch ansprechende Patina. Das Ergebnis ist oft eine Münze mit einem unnatürlichen, sterilen Aussehen, was den Wert ebenfalls mindern kann.