Der kleinste Geldschein der Welt: Kleingeld mal anders
In der Welt der Numismatik denken wir bei "kleinen Werten" meist an Münzen. Doch die Geschichte hält eine kuriose Ausnahme bereit: Banknoten, die kaum größer sind als eine Briefmarke. Erfahren Sie alles über den offiziellen Guinness-Weltrekordhalter aus dem Jahr 1917, warum Metallmangel zu diesen "Zwerg-Noten" führte und warum Papiergeld in Krisenzeiten oft den Kürzeren zieht gegenüber massivem Gold und Silber.
- Land: Rumänien (Ministerium der Finanzen)
- Nennwert: 10 Bani
- Ausgabejahr: 1917 (Erster Weltkrieg)
- Maße: 27,5 x 38 mm (offizieller Guinness-Rekord)
- Grund: Extremer Metallmangel für Münzprägungen
Warum Rumänien 1917 Briefmarken als Geld druckte
Mitten im Ersten Weltkrieg stand Rumänien vor einem massiven Problem: Das Metall (Bronze, Kupfer, Nickel) wurde für die Rüstungsindustrie benötigt. Es gab schlichtweg kein Material mehr, um Kleingeld zu prägen. Die Lösung war der wohl kleinste Kompromiss der Finanzgeschichte.
Der 10-Bani-Schein von 1917 sieht auf den ersten Blick aus wie eine Briefmarke. Er zeigt das Porträt von König Ferdinand I. und ist so winzig, dass er in jedem Portemonnaie sofort verloren ginge. Trotz seiner Größe war er offizielles Zahlungsmittel – ein klassisches Beispiel für "Notgeld".
So groß wie eine Briefmarke.
Zum Vergleich: Standard-Format heute.
Die kleinste aktuelle Euro-Banknote.
Papier vs. Metall: Eine Lehre für Anleger
Die Geschichte des kleinsten Geldscheins lehrt uns eine wichtige Lektion über Wertbeständigkeit. Papiergeld (Fiat-Währung) kann in beliebiger Größe und Menge gedruckt werden, wenn Not am Mann ist. Physisches Metall hingegen ist durch die Natur limitiert.
Während die winzigen Papierschnipsel von 1917 nach dem Krieg durch Inflation fast wertlos wurden (und heute nur noch als Kuriosität gehandelt werden), haben Münzen aus dieser Zeit – besonders solche aus Gold oder Silber – ihre Kaufkraft oft über Jahrhunderte erhalten.
Kurioses aus Asien und Marokko
Neben dem rumänischen Rekordhalter gibt es weitere "Zwerge". In Marokko gibt es winzige Briefmarken-Münzen aus Pappe (Notausgaben), und auch chinesische Noten der Qing-Dynastie (Guangxu Ära) waren teilweise extrem kleinformatig. Im Guinness-Buch bleibt der Rumäne jedoch ungeschlagen.
Experten-Tipp: Notgeld sammeln
Das Sammelgebiet "Notgeld" (Münzen aus Porzellan, Leder, Seide oder eben winzigem Papier) ist faszinierend und oft noch erschwinglich. Es dokumentiert Wirtschaftsgeschichte hautnah. Wer jedoch auf Wertanlage setzt, sollte sich eher an den klassischen Edelmetallen orientieren.
Andere Rekorde der Numismatik
Nicht nur "klein" ist spannend. Die Welt der Münzen und Scheine kennt viele Extreme:
| Rekord | Titelhalter | Details |
|---|---|---|
| Größter Geldschein | Philippinen (1998) | 100.000 Pesos (35 x 21 cm!) – größer als ein A4-Blatt. |
| Höchster Nennwert | Ungarn (1946) | 100 Quintillionen Pengö (eine 1 mit 20 Nullen) – Inflation pur. |
| Kleinste Münze | Indien / Nepal | Silber-Taras (ca. 4 mm Durchmesser, wiegt nur 0,002 g). |