Kursmünze: Definition und Merkmale
Eine Kursmünze, auch Umlaufmünze genannt, ist ein staatlich ausgegebenes Nominalgeld, das für den täglichen Zahlungsverkehr bestimmt ist. Ihr aufgeprägter Nennwert wird vom ausgebenden Staat garantiert, unabhängig vom Materialwert der Münze.
- Definition: Für den allgemeinen Umlauf geprägte Münze.
- Funktion: Offizielles und gesetzliches Zahlungsmittel eines Landes.
- Wert: Der Nennwert wird staatlich garantiert. In der Regel handelt es sich um Scheidemünzen, deren Metallwert unter dem Nennwert liegt.
- Abgrenzung: Unterscheidet sich von Gedenk- und Anlagemünzen, die primär für Sammler- oder Investitionszwecke geprägt werden.
Definition und Funktion einer Kursmünze
Als Kursmünze oder Umlaufmünze wird eine Münze bezeichnet, deren primärer Zweck das "Kursieren" im täglichen Zahlungsverkehr ist. Sie fungiert als gesetzliches Zahlungsmittel im Ausgabeland zu dem auf der Münze angegebenen Nennwert (Nominal). Dieser Wert wird von der jeweiligen nationalen Zentralbank oder Münzautorität garantiert. Heutige Kursmünzen sind fast ausnahmslos sogenannte Scheidemünzen. Bei diesem Münztyp liegt der intrinsische Metallwert signifikant unter dem aufgeprägten Nennwert. Das historische Gegenteil ist die Kurantmünze, deren Nennwert durch den Wert des Edelmetalls, aus dem sie besteht (z. B. Gold oder Silber), vollständig gedeckt war.
Wesentliche Merkmale und Abgrenzung
Zur eindeutigen Identifikation trägt eine Kursmünze standardisierte Merkmale. Dazu gehören in der Regel:
- Ausgabestaat: Angabe der Nationalität (z. B. „Bundesrepublik Deutschland“).
- Währungseinheit: Bezeichnung der Währung (z. B. „Euro“).
- Nominalwert: Der aufgeprägte Wert als Ziffer.
- Prägejahr: Das Jahr der Herstellung der Münze.
Die Kursmünze lässt sich klar von anderen Münztypen abgrenzen. Während Gedenkmünzen zwar oft den Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels besitzen, werden sie zu besonderen Anlässen ausgegeben und sind nicht für den Umlauf konzipiert. Anlagemünzen (Bullionmünzen) wiederum dienen der Kapitalanlage in Edelmetallen und ihr Wert orientiert sich am tagesaktuellen Metallpreis.
Tabelle: Abgrenzung der Münztypen
| Merkmal | Kursmünze | Gedenkmünze | Anlagemünze |
|---|---|---|---|
| Zweck | Zahlungsverkehr | Sammelobjekt, Würdigung | Wertanlage |
| Wertgrundlage | Nennwert (staatlich garantiert) | Sammlerwert, Nennwert | Materialwert (Edelmetall) |
| Zirkulation | Ja, für den Umlauf bestimmt | Nein, in der Praxis nicht | Nein |
| Material | Unedle Metalle, Legierungen | Oft Edelmetalle (Silber, Gold) | Edelmetalle (Gold, Silber, Platin) |
Kursmünzen als Sammelobjekt
Obwohl für den Umlauf bestimmt, sind Kursmünzen auch ein etabliertes Sammelgebiet. Insbesondere Münzen in überdurchschnittlicher Erhaltung, die keine oder nur minimale Umlaufspuren aufweisen, sind bei Sammlern gefragt. Speziell für den Sammlermarkt werden sogenannte Kursmünzensätze (KMS) ausgegeben. Diese Sätze enthalten alle Nennwerte eines Jahrgangs eines Landes in bankfrischer Qualität (Stempelglanz) oder in der höchsten Prägequalität Polierte Platte (Spiegelglanz). Solche Sätze ermöglichen es, einen Jahrgang vollständig und ohne Umlaufschäden zu sammeln.
Historische Kursmünzen
Ein besonders reizvolles Feld der Numismatik sind historische Kursmünzen. Dabei handelt es sich um Münzen, die ihre Gültigkeit als Zahlungsmittel verloren haben und oft aus Staaten oder Währungsräumen stammen, die nicht mehr existieren. Ihr Wert bemisst sich nicht mehr am einstigen Nennwert, sondern an numismatischen Kriterien wie historischer Bedeutung, Seltenheit, Erhaltungsgrad und dem enthaltenen Edelmetall. Diese Münzen sind Zeitzeugen vergangener Epochen und können beträchtliche Sammlerwerte erreichen.
Hinweis der Redaktion:
Der Erhaltungsgrad ist ein entscheidender Faktor für den Wert einer Kursmünze. Bereits geringfügige Abweichungen in der Erhaltung können den Sammlerwert erheblich beeinflussen. Eine fachgerechte Aufbewahrung zum Schutz vor Kratzern und Umwelteinflüssen ist daher für den Werterhalt essenziell.
Eine Kursmünze ist in der Regel eine Scheidemünze, bei der der Metallwert unter dem Nennwert liegt. Eine Kurantmünze hingegen besitzt einen Metallwert, der ihrem Nennwert entspricht oder diesen sogar übersteigt. Kurantmünzen waren bis ins frühe 20. Jahrhundert verbreitet, heute existieren sie praktisch nicht mehr im Zahlungsverkehr.
Ja, die 2-Euro-Gedenkmünzen sind für den Umlauf bestimmt und gelten in allen Ländern der Eurozone als gesetzliches Zahlungsmittel. Sie sind somit eine spezielle Form der Kursmünze, die neben der Standardgestaltung ein nationales Gedenkmotiv trägt.
Der Sammlerwert richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Wesentliche wertbestimmende Faktoren sind die Seltenheit (Auflagenhöhe), der Erhaltungsgrad, das Prägejahr, die Prägestätte sowie mögliche Fehlprägungen oder Varianten.
Ja, mit der Ablösung einer Währung (z.B. die Deutsche Mark durch den Euro) verliert eine Kursmünze ihren Status als gesetzliches Zahlungsmittel und somit ihren Nennwert. Sie kann jedoch einen Sammler- oder Materialwert besitzen. Nationale Zentralbanken bieten oft Umtauschfristen an, die aber zeitlich begrenzt sein können.