Reinigungsbad für Münzen: So pflegen Sie Ihre Schätze richtig
Der Glanz einer Silbermünze fasziniert jeden Sammler. Doch Vorsicht: Falsches Reinigen ist die häufigste Ursache für Wertverlust in der Numismatik. Einmal falsch gerieben, ist der makellose "Stempelglanz" für immer zerstört. Lernen Sie hier, wie Sie ein schonendes Reinigungsbad selbst ansetzen, wann professionelle Tauchbäder aus dem Zubehör-Bereich unverzichtbar sind und welche Hausmittel (wie Zahnbürsten) Sie unbedingt meiden sollten.
Die Grundregel: Konservieren statt Putzen
Bevor Sie eine Münze in ein Bad legen, stellen Sie sich eine Frage: "Ist das wirklich nötig?" Eine natürliche Patina (Altersspuren) ist bei historischen Münzen oft ein Echtheitsmerkmal und wertsteigernd. Entfernen Sie diese, wirkt die Münze "totgeputzt". Lediglich bei modernen Anlagemünzen oder grober Verschmutzung (Erde, Fett) ist Handeln ratsam.
Lauwarmes Seifenbad, professionelle Tauchbäder, kurzes Eintauchen, Lufttrocknen.
Scheuermilch, Zahnbürsten, Silberputztücher, Reiben mit dem Handtuch, Zitronensäure.
Anleitung 1: Das schonende Seifenbad (für Einsteiger)
Für die meisten leichten Verschmutzungen (Fingerabdrücke, Staub, Fett) reicht dieses einfache Bad völlig aus. Es greift die Oberfläche nicht chemisch an und ist für fast alle Metalle sicher.
- Füllen Sie eine Kunststoffschale mit lauwarmem Wasser.
- Geben Sie einen Tropfen neutrales Spülmittel (ohne Zitrone/Säure) hinzu.
- Legen Sie die Münze für 5–10 Minuten hinein. Wichtig: Immer nur eine Münze gleichzeitig baden, damit sie sich nicht gegenseitig verkratzen!
- Spülen Sie die Münze gründlich unter fließendem, destilliertem Wasser ab (verhindert Kalkflecken).
- Legen Sie die Münze auf ein weiches Frottee-Tuch und tupfen Sie sie trocken. Niemals reiben!
Warnung vor der Zahnbürste
In vielen alten Ratgebern wird die "weiche Zahnbürste" empfohlen. Für moderne Sammlermünzen in der Qualität "Polierte Platte" (PP) oder "Spiegelglanz" ist das tödlich! Selbst weiche Borsten hinterlassen auf dem spiegelnden Münzgrund mikroskopische Kratzer (Haarlinien), die den Sammlerwert massiv mindern.
Anleitung 2: Chemische Tauchbäder für Profis
Wenn Silber schwarz anläuft (Oxidation) oder Kupfer Grünspan ansetzt, hilft Seife nicht mehr. Hier kommen chemische Tauchbäder ins Spiel. Diese arbeiten mit speziellen Substanzen (z.B. Thioharnstoff), um die Oxidschicht aufzulösen, ohne das Metall anzugreifen. Bei BTN bieten wir für jedes Material die passende Lösung:
| Material / Problem | Empfohlene Lösung | Anwendungstipp |
|---|---|---|
| Silbermünzen (schwarz angelaufen) |
Münzreinigungsbad für Silber | Nur wenige Sekunden tauchen! Sobald die Münze hell wird, sofort abspülen. Nicht zu lange drin lassen. |
| Goldmünzen (rote Flecken, Schmutz) |
Münzreinigungsbad für Gold | Gold oxidiert nicht. Das Bad entfernt aber hartnäckige Rückstände schonend. |
| 2-Euro-Münzen (Bimetall / Verfärbungen) |
Reinigungsbad für Bimetall | Spezialmischung, da Kern (Nickel/Messing) und Ring (Kupfer/Nickel) unterschiedlich reagieren. |
| Gemischte Sammlung (Euro, DM, Weltmünzen) |
Universal-Reinigungsbad | Ideal für Einsteiger, die verschiedene unedle Metalle reinigen möchten. |
Häufige Fragen zur Reinigung
Ultraschall ist hervorragend, um Schmutz aus tiefen Rillen oder Reliefs zu lösen, ohne die Münze zu berühren. Nutzen Sie dafür destilliertes Wasser und ggf. einen Spritzer unseres Universal-Reinigers. Achten Sie darauf, dass die Münze im Korb nicht vibrierend am Rand scheuert (Plastikkorb verwenden!).
Frische Fingerabdrücke sind gefährlich, da das Hautfett Säuren enthält, die sich ins Metall fressen (besonders bei "Polierte Platte"). Ein schnelles Seifenbad (wie oben beschrieben) oder ein kurzes Bad in reinem Alkohol (Isopropanol) entfernt das Fett zuverlässig.
Hier gilt äußerste Zurückhaltung! Bei antiken Fundmünzen ist die Patina oft der Garant für die Echtheit. Wer hier "blank putzt", vernichtet oft 50% des Wertes. Konsultieren Sie bei Bodenfunden immer erst einen Experten.