Otto-Adelheid-Pfennig

Die etwa 1,2 g bis 1,5 g schwere deutsche Silbermünze war im Mittelalter der häufigste Pfennigtyp neben dem Sachsenpfennig. Sie stammt aus dem 10. bis 11. Jahrhundert, der Zeit des Fernhandelsdenars, wie diese Epoche in der Münzgeschichte häufig bezeichnet wird. Die Münze gelangte aus den Prägestätten und den oft angeschlossenen Märkten, aus dem Binnenhandel in den Fernhandel und somit über die Reichsgrenzen in die Länder rund um die Ostsee, wo der Otto-Adelheid-Pfennig angehäuft und später in großen Mengen aufgefunden wurde. Da die Münze vorwiegend in schwedischen Funden vorhanden war - einschließlich Gotland - wird vermutet, dass der Otto-Adelheid-Pfennig den Wikingerhandel belebt hat.

Die vier Hauptgruppen der Münze

Auch wenn noch mehr als 15.000 deutsche Münzen aus dem schwedischen Fundmaterial noch nicht bearbeitet sind, so können bereits vier Hauptgruppen des Otto-Adelheid-Pfennig typologisch unterschieden werden:

  1. Kreuz in den Winkeln mit O-T-T-O/Giebelgebäude (sogenannte Holzkirche) ohne und mit Beizeichen
  2. Kreuz und Kopfbild mit O-D-D-O in den Winken und möglicherweise der Umschrift D(E)I GRA(TIA) REX
  3. Kreuz O-D-D-O in den Winkeln und Holzkirche ohne Beizeichen
  4. gleich wie vorangegangene, aber mit Beizeichen

Oft sind die Umschriften nicht vollständig ausgeprägt, insbesondere der Name der Regentin Adelheid. Außerdem gibt es noch zwei weitere Münztypen, die belegt sind, so der Otto-Adelheid-Pfennig mit Kreuz und entstelltem O-D-D-O, sowie die Münze Kreuz mit Krummstab. Beide werden jedoch als Nachprägung angesehen neben den zahlreichen weiteren Varianten. Im 19. Jahrhundert war die anonyme Münzserie Gegenstand vieler numismatischer Streitschriften, da weder Datierung noch Münzherr oder Münzstätte unumstritten sind (anonyme Prägung). Durch die Funddatierung ist jedoch eine Gemeinschaftsprägung von Otto I. (936 bis 973) mit Adelheid, seiner Gemahlin ausgeschlossen. Bis heute konnte auch nicht vollständig geklärt werden, ob bereits 983 die Prägung erfolgte, mit Beginn der Regentschaft von Theophano, der Mutter von Otto III. (938 bis 1002 und seit 996 Kaiser) oder erst 991 unter der Kaiserin-Regentin Adelheid, der Großmutter. Auch das Ende der Prägung des Otto-Adelheid-Pfennig ist bis heute nicht gesichert. Doch erwiesen ist, das die Münze weit über die Regierungszeit von Otto III. und Adelheid als sogenannte type immobilisé geprägt wurde. Denn selbst in den Schätzen zu Beginn des 12. Jahrhunderts kommt der Otto-Adelheid-Pfennig noch vor. Im ersten Drittel des 11. Jahrhunderts treten zunächst vereinzelt und später dann auch häufiger Beischläge auf. Diese Nachahmungen sind möglicherweise zum Teil wie die im polnisch-westslawischen Raum aufgefundenen Sachsenpfennige in den Silbervorkommen des Harzer Rammelsberges geprägt. Als Münzstätte kommt Magdeburg in Betracht sowie Goslar, wobei diese noch umstritten ist. Beischläge stammen u. a. aus Quedlinburg, Halberstadt und Hildesheim.

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