Münz-Lexikon
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Blattgold
Schmelzpunkt: 1064 °C
Dichte: 19.3 g/cm³
Mohs-Härte: 2.5-3
Als Blattgold werden extrem hauchdünne Folien bezeichnet, die aus reinem Gold oder entsprechenden Legierungen bestehen. Es dient der Veredelung von Objekten, indem es ihnen ein wertvolles, goldenes Aussehen verleiht. Charakteristisch ist sein intensiver goldgelber Glanz, der im Gegenlicht einer weißen Lichtquelle einen faszinierenden grünlich-blauen Schimmer durchscheinen lässt.
Gold besitzt die höchste Duktilität und Malleabilität aller Metalle, was die Herstellung extrem dünner Folien ermöglicht.
Chemisch inert, reagiert nicht mit Luft, Wasser oder den meisten Säuren, gewährleistet dauerhaften Glanz.
Intensiver goldgelber Farbton, der durch Legierungszusätze variiert werden kann.
Vergoldung von Kunstwerken, Architektur, Büchern, Lebensmitteln und in der Zahnmedizin.
Verfahren zur Herstellung von Blattgold
Die Herstellung von Blattgold ist ein präziser Prozess, der die einzigartigen metallurgischen Eigenschaften von Gold nutzt. Zunächst werden Goldbarren erhitzt und in flüssigem Zustand zu sogenannten Zainen gegossen. Diese Barren, typischerweise bis zu 2,5 Millimeter stark, können bereits Legierungszusätze enthalten, die die spätere Farbnuance des Blattgoldes bestimmen. Die Zaine werden anschließend im glühenden Zustand wiederholt geschmiedet und gewalzt. Zwischen den Schmiedevorgängen erfolgt ein Glühen, um die Geschmeidigkeit des Goldes zu erhalten und eine Versprödung zu verhindern. Dieser Prozess reduziert die Dicke schrittweise, bis das Gold in Streifen von der Stärke eines Zeitungspapiers geschnitten und schließlich zu Quadraten verarbeitet wird. Die finale Dünnheit wird durch das traditionelle Goldschlägerhandwerk erreicht, bei dem die Goldquadrate zwischen Pergament- oder Kunststofffolien mit speziellen Hämmern geschlagen werden, bis die gewünschte, mikrometerdünne Folie entsteht.
Dicken und Anwendungsbereiche
Die Stärke des Blattgoldes ist entscheidend für seine Bezeichnung und seinen Wert. Einfachgold ist mit einer Dicke von etwa 1/9.000 Millimeter (ca. 0,11 Mikrometer) die dünnste Variante und wird standardmäßig verwendet, sofern keine andere Spezifikation vorliegt. Doppelgold ist mit rund 1/4.500 Millimeter (ca. 0,22 Mikrometer) etwa doppelt so stark. Seine höhere Robustheit und geringere Porosität prädestinieren es für anspruchsvolle Außenarbeiten, beispielsweise an historischen Gebäuden oder Kulturdenkmälern. Die dickste Variante ist das Dreifachgold, das eine Stärke von etwa 1/3.000 Millimeter (ca. 0,33 Mikrometer) aufweist und für besonders wertvolle und langlebige Vergoldungen im Außenbereich zum Einsatz kommt.
Historische Entwicklung und Effizienz
Die Effizienz von Blattgold ist bemerkenswert: Ein Gramm Gold kann bei einer üblichen Dicke von 0,1 Mikrometer eine Fläche von etwa einem halben Quadratmeter bedecken. Im Laufe der Historie ist die Dicke des verwendeten Blattgoldes kontinuierlich gesunken. Während im Römischen Reich noch Stärken von etwa 3 Mikrometer üblich waren, reduzierte sich diese im 14. Jahrhundert auf etwa 1 Mikrometer. Diese Entwicklung spiegelt den Fortschritt in der Goldschlägerkunst wider, die es ermöglichte, mit immer weniger Material eine größere Fläche zu veredeln und dabei die ästhetischen und konservatorischen Anforderungen zu erfüllen.