Münz-Lexikon
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Silber Vorkommen
47Ag
Silber
Schmelzpunkt: 961,8 °C / Härte (Mohs): 2,5–3
Schmelzpunkt: 961,8 °C / Härte (Mohs): 2,5–3
Silber (Ag), ein chemisches Element der Gruppe der Übergangsmetalle, ist ein hochgeschätztes Edelmetall, das bereits in der prähistorischen Zeit bekannt war. Seine hervorragenden Eigenschaften wie hohe Duktilität, Malleabilität, elektrische Leitfähigkeit und ein attraktiver Glanz machten es ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. zum wichtigsten Münzmetall. Dieser Status hielt bis ins 19. Jahrhundert an, da das wertvollere Gold nicht in ausreichender Menge verfügbar war und Silber für die Stückelung in kleinere Nominale wesentlich praktischer erschien.
Chem. Symbol: Ag
Ordnungszahl: 47
Dichte: 10,49 g/cm³
Schmelzpunkt: 961,8 °C
Härte (Mohs): 2,5–3
Feingehalt (Münzen): Oft 925/1000 (Sterling), 999/1000
Farbe: Weißglänzend
Klasse: Übergangsmetall
Historische Silbervorkommen und ihre numismatische Bedeutung
Die berühmteste und erste Silberwährung der Antike waren die Eulen von Athen, deren Edelmetalle aus den Silberbergwerken von Laurion stammten. Diese Münzen, geprägt mit einem Feingehalt von 950/1000, waren über Jahrhunderte ein stabiles Zahlungsmittel. Das Gros des Edelmetalls in der antiken Welt stammte jedoch von der Iberischen Halbinsel. Bereits die Phönizier und später die Karthager handelten mit spanischem Silber, bevor die Römer diese Vorkommen systematisch ausbeuteten. Der europäische Silberabbau erlebte im Mittelalter eine Blütezeit, insbesondere im Erzgebirge und Harz, in Tirol, Böhmen und Ungarn. Mit dem 16. Jahrhundert endete diese Ära abrupt. Die Entdeckung der Neuen Welt führte zu einem massiven Zustrom von Silber aus den spanischen Kolonien Amerikas, primär aus Bolivien (Potosí), Peru und Mexiko. Diese neuen Quellen ermöglichten die Prägung unzähliger Münzen und prägten die globale Wirtschaft.Moderne Silberförderung und geologische Entstehung
Auch heute noch stammt der größte Anteil der weltweiten Silberproduktion aus amerikanischen Abbaugebieten. Obwohl Silber, abgesehen von Antarktis und Arktis, auf allen Kontinenten abgebaut wird, konzentrieren sich die wichtigsten Vorkommen in Mexiko, Peru und China. Ergiebige Lagerstätten finden sich zudem in Kanada, Polen, den USA, Bolivien, Russland (Sibirien) und Australien. Auch in Deutschland existieren weiterhin Silbervorkommen, vor allem im Harz, Schwarzwald und Erzgebirge. Die Entstehung zahlreicher Silbervorkommen ist auf hydrothermale Prozesse zurückzuführen. Wässrige Lösungen, angereichert mit Metallen, dringen in Felsspalten ein. Unter dem Einfluss hoher Temperaturen scheiden diese Lösungen Erze aus. Dabei können sich metallhaltige Mineralgemische bilden, die Silber enthalten und starke Schichten von bis zu mehreren Metern Mächtigkeit aufweisen. Tektonische Prozesse lagern diese Lagerstätten in unterschiedlichen Tiefen der Erdkruste ab, was ihre Gewinnung zu einer komplexen Themenstellung der Geologie und Historischen Bergbaugeschichte macht.
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