Münz-Lexikon
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Denar
- Prägezeitraum: Römische Republik (ab 211 v. Chr.), Römisches Kaiserreich, Mittelalter, Neuzeit
- Metall/Material: Silber (anfänglich), später Kupferlegierungen; Bronze (As)
Der Denar: Roms prägende Silbermünze und ihr Erbe
Der Denar, abgeleitet vom lateinischen "denarius" ("je zehn"), war eine zentrale Münzeinheit der Antike, die sich über das Mittelalter bis in die Neuzeit als Vorläufer des Dinar und der Deutsche Pfennige etablierte. Ursprünglich als hochwertige Münze konzipiert, spiegelte seine Entwicklung die wirtschaftlichen und politischen Veränderungen des Römischen Reiches wider, von hoher Reinheit bis zur schrittweisen Entwertung.
- 211 v. Chr. Einführung des Denars in der Römischen Republik.
- Ab 130 v. Chr. Anpassung des Denarwerts von 10 auf 16 Asse.
- Ab 100 v. Chr. Wegfall der Nominal-Wertangaben auf Denaren.
- Zerfall des Römischen Imperiums Deutliche Verschlechterung der Prägequalität.
- Um 1500 Wiedererlangen hoher Prägequalität mit den Talermünzen.
Die frühen Denarii
Die ersten römischen Denarii, eingeführt um 211 v. Chr. während des Zweiten Punischen Krieges, waren anfänglich noch feinsilbern mit einem Raugewicht von etwa 4,5 Gramm und einem Feingehalt von über 95%. Sie trugen die Wertzahl "X", was ihren Wert von 10 Bronze-Assen symbolisierte. Um 130 v. Chr. führte eine Metallpreisverschiebung und die Reduzierung des Bronze-As-Wertes zur Anpassung des Denars auf 16 Asse, kenntlich gemacht durch die Prägung "XVI". Kleinere Nominale wie der Quinarius nummus (Halbdenar, "V") und der Silbersesterz (Vierteldenar, "IIS" oder "HS" für 2½ Asse) ergänzten das System. Ab etwa 100 v. Chr. entfielen diese Wertangaben auf den Denaren, tauchten jedoch später auf Follis-Münzen der Spätantike wieder auf, wo sie möglicherweise Vielfache der Zählpfennige (Denar communes) oder Gewichtsangaben für Bronze-Münzfüße darstellten.
Die Prägequalität der Denarii
Die Prägequalität der Denarii erlebte mit dem Zerfall des Römischen Imperiums einen signifikanten Niedergang, insbesondere bei den festen Münzstätten. Die detaillierte Abbildungsqualität der frühen Prägungen wurde erst um 1500 mit der Einführung der Talermünzen wieder erreicht. Innerhalb des Römischen Reiches unterschied man zwischen Denarprägungen aus Rom oder Italien, kaiserlich privilegierten Provinzialprägungen, militärischen Feldzugsprägungen und barbarischen Nachahmungen. Das bronzene As wurde als Denarteilstück viel häufiger als der Denar geprägt. Jedoch sind diese auf Grund ihrer Korrosionsanfälligkeit nur selten gut oder sehr gut erhalten. Am Schluss wurden die Münzen aus Kupfer hergestellt.
Für Sammler
Für Sammler sind die bronzenen As-Teilstücke, obwohl häufiger geprägt, aufgrund ihrer Korrosionsanfälligkeit selten in guter Erhaltung zu finden. Der normale Silber-Denar hingegen ist im Vergleich zu Messing- oder Bronze-Teilstücken oft noch recht preiswert zu erwerben, insbesondere Exemplare aus der römischen Kaiserzeit.