Münz-Lexikon
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Hahnekämme
Der Begriff Hahnekämme, oder umgangssprachlich auch Hahnenkämme, bezeichnet in der Numismatik eine spezifische historische Münze aus dem 17. Jahrhundert, die in der Mark Brandenburg geprägt wurde. Ihren Namen erhielt sie aufgrund ihres markanten, gezackten oder fleischig wirkenden Randes, der an den prägnanten Kopfschmuck eines Hahnes erinnerte.
Die Hahnekämme-Münze: Eine Scheidemünze mit Charakter
Die sogenannten Hahnekämme waren Scheidemünzen, die im Wert von zwei Pfennigen ausgegeben wurden. Ihre Entstehung fällt in eine Zeit, in der die Münzprägung oft regionale Besonderheiten aufwies und die Bevölkerung den Münzen aufgrund ihrer charakteristischen Merkmale umgangssprachliche Namen gab. Der gezackte Rand dieser brandenburgischen Pfennige war nicht nur ein ästhetisches Merkmal, sondern diente möglicherweise auch als eine Form der Fälschungssicherung oder zur besseren Unterscheidung von anderen Kleinmünzen.
Als Scheidemünze besaß der Hahnekamm in der Regel einen geringeren Metallwert als seinen aufgeprägten Nennwert. Solche Münzen waren für den täglichen Kleingeldverkehr bestimmt und spielten eine wichtige Rolle im regionalen Handel. Ihre Prägung erfolgte in den Münzstätten der Mark Brandenburg, und sie zirkulierten primär in diesem Gebiet.
Herstellung des charakteristischen Randes
Die Herstellung des gezackten Randes, der den Hahnekämmen ihren Namen gab, war ein integraler Bestandteil des Prägeprozesses. Im 17. Jahrhundert, als diese Münzen entstanden, waren die Prägetechniken noch nicht so standardisiert wie heute. Der Rand konnte auf verschiedene Weisen entstehen oder betont werden:
Stempelgravur: Die Stempel, mit denen die Münzen geprägt wurden, waren handgraviert. Es ist denkbar, dass der Münzstempelschneider bewusst eine Gestaltung wählte, die dem Rand eine unregelmäßige, gezackte Form verlieh, um die Münze unverwechselbar zu machen.
Manuelle Prägung: Bei der manuellen Hammerprägung, die zu dieser Zeit noch weit verbreitet war, konnten leichte Unregelmäßigkeiten und Ausfransungen am Münzrand entstehen, die im Volksmund als "gezackt" oder "fleischig" wahrgenommen wurden und an einen Hahnenkamm erinnerten.
Rohlingsbearbeitung: Es ist auch möglich, dass die Münzrohlinge (Platinen) vor dem Prägevorgang eine leichte Bearbeitung erfuhren, die zu einer unregelmäßigen oder leicht gewellten Kante führte, welche dann durch den Prägedruck noch verstärkt wurde.
Auswirkung auf den Sammlerwert
Für Deutschland-Sammler historischer Münzen sind die Hahnekämme von großem Interesse. Ihr Sammlerwert wird maßgeblich von mehreren Faktoren beeinflusst:
- Erhaltungsgrad: Wie bei allen alten Münzen ist der Zustand entscheidend. Ein gut erhaltener Hahnekamm mit klar erkennbaren Details und einem intakten, charakteristischen Rand ist deutlich wertvoller als ein stark abgenutztes Exemplar.
- Seltenheit: Obwohl sie als Scheidemünzen in größerer Stückzahl geprägt wurden, sind gut erhaltene Exemplare aus dem 17. Jahrhundert heute selten. Die genaue Prägestätte und das Prägejahr können ebenfalls die Seltenheit und damit den Wert beeinflussen.
- Historische Bedeutung: Als Zeugnisse der regionalen Münzgeschichte Brandenburgs und als Beispiele für volkstümliche Münzbezeichnungen tragen sie eine besondere historische Relevanz, die ihren Wert für Sammler steigert.
Ein gut dokumentierter und authentifizierter Hahnekamm kann daher für Liebhaber historischer deutscher Münzen ein begehrtes und wertvolles Sammlerstück sein.