Karlspfund

Lateinisch heißt das Karlspfund pondus Caroli und ist eine Einheit zur Gewichtsbestimmung aus der Zeit Karl des Großen. Es wurde als Münzgewicht wie auch als Handelsgewicht genutzt. Demnach entspricht ein karolingisches Pfund einem Gewicht von 404 bis 409 Gramm. Eingebürgert wurde das Karlspfund mit der Münzreform aus den Jahren 793/794 unter König Karl. Zu dem Zeitpunkt wurde vorgeschrieben, dass aus dem Silber von einem Karlspfund 240 Denare, also Pfennige zu prägen seien.

Ableitung des Karlspfundes

Schriftlich erwähnt wird das Karlspfund zum ersten Mal in einer Handschrift und auch in Berichten über die im Jahre 794 stattfindende Synode von Frankfurt. Dort wurde geschrieben, dass man im Reich neue Münzen zu prägen habe. Die neuen Denare wurden zu einem späteren Zeitpunkt dann Pfennige oder auch als Pennies bezeichnet. Woher sich das Sollgewicht ableiten lässt, ist bis heute noch nicht geklärt worden. Durch Wiegen von Original karolingischen Münzen aus der frühen Zeit kann das Initialgewicht ermittelt werden. Dabei wurden leichte Abweichungen festgestellt. Bei 408 Gramm entspricht ein Denar genau 1,7 Gramm.

Französische Varianten

In Frankreich konnten sich ab der Mitte des 12. Jahrhunderts unterschiedliche Abarten des Karlspfundes entwickeln. Diese waren zu den verschiedensten Zeiten gültig. Das Pariser Pfund mit 460 Gramm, auch Libra parisi genannt, beträgt neun Achtel eines Karlspfundes. Es ist seit Ludwig VI. dem Dicken beurkundet. Am Anfang des 13. Jahrhunderts war in Frankreich das Livre Tournois oder das Pfund der Stadt Tours gültig und stimmte mit dem ehemaligen Livre de Troyes überein. Die Ratio zum Karlspfund ist genau 9:10.

Englische und deutsche Ableitungen

In England wurde mit den Troy weights das französische System übernommen. Man übernahm die alten Werte des Livre de Troyes, also zwölf Zehntel eines Karlspfundes. Wichtige Gewichte im deutschen Reich leiten sich vom Karlspfund ab, etwa das Wiener Pfund, die Kölner Mark und das Apothekerpfund aus Nürnberg.

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