Kronentaler

Die Habsburger herrschten im 18. Jahrhundert auch über die sogenannten Österreichischen Niederlande. Dieses Gebiet entspricht dem heutigen Belgien und Luxemburg und erfuhr im Jahre 1755 eine Münzreform. Im Zuge dieser Währungsänderung ersetzte die österreichische Regierung den Albertustaler durch den Kronentaler. Die neue Münze wog 29,477 Gramm, wobei das Feingewicht bei 25,588 Gramm lag. Ihre Kaufkraft wurde zwei Prozent über dem tatsächlichen Silberwert angesetzt.

Aufstieg des Kronentalers

Die Donaumonarchie führte gegen Frankreich in den Jahren von 1792 bis 1797 den Ersten Koalitionskrieg und beglich sämtliche Kriegskosten mit dem Kronentaler. In dieser Zeit wurde die Münze auch in anderen deutschen Staaten populär. Die Habsburger ließen das Geldstück mittlerweile auch in den Münzstätten Wien, Mailand, Prag, Kremnitz und Günzburg prägen. Man verlor den Feldzug an der Seite Preußens und musste die Ansprüche auf die Österreichischen Niederlande abtreten. Damit hatte der Kronentaler zwar seine ursprüngliche Heimat verloren, doch gehörte er zu den bedeutendsten Zahlungsmitteln des Kontinents. Neben dem österreichischen Kaiserreich begannen auch die Herzogtümer Württemberg, Nassau und Baden sowie das Königreich Bayern, den Kronentaler zu prägen. Den Anfang machten 1809 die Bayern. Mit großem Erfolg - die Bevölkerung vertraute der Münze.

Der Niedergang

Den Nachprägern waren die Münzdaten nicht bekannt. Sie orientierten sich an den teilweise extrem abgegriffenen österreichischen Vorläufern. Dieser Umstand führte dazu, dass jeder der mittlerweile sieben neuen Herausgeber ein unterschiedliches Feingewicht verwendete. Die Differenzen konnten über ein Gramm betragen. Dennoch wurde der Kronentaler überall gleich hoch gehandelt. Bis 1830 galt er als die einzige große Silbermünze, die in Süddeutschland im Umlauf war. Erst 1857 nahm man ihn offiziell aus dem Kurs. Dennoch ist er 1858 im Zuge einer Zusatzvereinbarung den Wiener Münzvertrag betreffend mit einem Gegenwert von 162 Kreuzern gelistet worden. Noch zehn Jahre wurde er von Händlern, Wirtsleuten und Kaufmännern als Zahlungsmittel akzeptiert. Da die Menschen von ihrem liebgewonnen Kronentaler nicht ablassen wollten, erließ man 1870 einige Bestimmungen, die den Umtausch in die neue Reichswährung betrafen. 1871 wurde die Reichsmark eingeführt; der Kronentaler ging damit als letzter Speziestaler in die Geschichte ein und verließ die Bühne des Zahlungsverkehrs endgültig. Die vielen unterschiedlichen Herausgeber des Kronentalers machen ihn heute zu einem interessanten, wertvollen und attraktiven Sammlerobjekt. Die süddeutschen Herzogtümer und Königreiche fertigten vor 200 Jahren beispielsweise auch Sonderprägungen an.

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