Münz-Lexikon
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Schweinegeld
"Schweinegeld"– Eine historische Währung der Bermuda-Inseln, benannt nach ihrem markanten Tiermotiv.
Die Welt der Numismatik ist reich an Bezeichnungen, die auf den ersten Blick rätselhaft erscheinen mögen. Wer sich mit Münzen beschäftigt, stößt immer wieder auf kuriose Namen wie den "Rumpelheller" oder den "Nasenblutengulden", die weit mehr als nur einen Geldwert repräsentieren. Genau diese Entdeckungsreise in die Herkunft und Bedeutung solcher Begriffe macht das Münzensammeln zu einem so fesselnden Hobby. Es ermöglicht, Geschichte nicht nur zu lesen, sondern durch das physische Halten einer Münze erlebbar und greifbar zu machen. Ein herausragendes Beispiel für eine solche geschichtsträchtige Prägung ist das sogenannte "Schweinegeld".
Historischer Ursprung
Der Name "Schweinegeld", im Englischen als "Hog Money" bekannt, lässt fälschlicherweise vermuten, es handele sich um eine Währung für Viehmärkte. Tatsächlich verbirgt sich dahinter eine spezifische Serie von Kupfermünzen, die im frühen 17. Jahrhundert, genauer zwischen 1612 und 1624, für die Bermuda-Inseln geprägt wurden. Obwohl die Prägestätten in England lagen, waren diese Kupferschillinge ausschließlich als Zahlungsmittel für die damalige Kolonie der Bermuda-Inseln vorgesehen. Die Gestaltung der Münzen war dabei höchst symbolträchtig: Die Vorderseite zierte ein imposanter Dreimaster, der die maritime Bedeutung und den Inselstatus der Bermudas unterstrich. Die Rückseite hingegen zeigte ein Wildschwein. Dieses markante Tier, dessen englische Bezeichnung "hog" ist, gab der Münze ihren volkstümlichen Namen, der sich im deutschen Sprachraum als "Schweinegeld" etablierte. Die Wildschweine waren einst von spanischen Seefahrern auf den Inseln ausgesetzt worden und dienten den frühen englischen Siedlern als wichtige Nahrungsquelle.
Diese einzigartigen Kupfermünzen wurden in verschiedenen Nominalen ausgegeben, darunter Zwei Pence, Drei Pence, Sechs Pence und Zwölf Pence (ein Schilling). Sie waren die ersten eigens für die Bermuda-Inseln geschaffenen Zahlungsmittel und spielten eine zentrale Rolle in der frühen Kolonialwirtschaft. Die detaillierte Darstellung des Schiffes und des Wildschweins auf den Münzen macht sie zu wertvollen historischen Dokumenten, die Einblicke in das tägliche Leben und die wirtschaftlichen Gegebenheiten jener Zeit gewähren. Sie sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie numismatische Themen die Kultur und Geschichte einer Region widerspiegeln können.
Für Sammler sind diese "Hog Money"-Münzen aufgrund ihrer Seltenheit und ihrer tiefen historischen Bedeutung besonders begehrt. Sie erzählen die Geschichte einer abgelegenen Inselkolonie und ihrer Verbindung zur Seefahrt und zur Natur. Das "Schweinegeld" bleibt somit nicht nur ein faszinierendes Relikt der Vergangenheit, sondern auch ein lebendiges Zeugnis der frühen Kolonialzeit und der anhaltenden Faszination des Münzensammelns.