Seufzer

Bei dem Seufzer handelt es sich um eine Münze, die auf Geheiß des Kurfürsten August I. von Sachsen ab Ende des 17./ Anfang des 18. Jahrhunderts in der Münzstätte Leipzig in großen Mengen geprägt wurde. Es war eine unterwertige sächsische 6-Pfennig-Münze, denn ihre dünne Silberschicht nutzte sich im Umlauf schnell ab, und die Geldstücke nahmen eine kupferrote Farbe an. Daher wurden sie auch "Rote Seufzer" genannt.

Unterwertige Landmünzen für den Kurfürsten

Ursprünglich wurde der Seufzer als 6-Pfennig-Münze in Umlauf gebracht. Doch bereits im Februar 1703 wurde der Wert der Münze durch ein Edikt auf drei Pfennige gesenkt. Nur drei Monate später, im April desselben Jahres, erzwang die Bevölkerung eine weitere Herabsetzung des Wertes auf nur noch zwei Pfennige.

Für die Landeskassen ergab sich die Möglichkeit, durch Zurücknahme der ehemals für sechs Pfennige ausgegebenen Münzen zum Preis von nunmehr nur noch zwei Pfennigen einen großen Gewinn zu machen. Dieser Gewinn diente angeblich dem sächsischen Kurfürsten August II. ("der Starke"), der vom protestantischen zum katholischen Glauben konvertierte, um König von Polen werden zu können, zum Kauf seiner Juwelen.

Doch der Gewinn wurde dringend benötigt, um den Nordischen Krieg gegen Schweden (1700-1721) zu finanzieren.

Leipziger Münzstätte

Der Seufzer, der Anfang des 18. Jahrhunderts ausgeprägt wurde, galt wegen seines bescheidenen Silbergehalts als geringhaltiger Sechser und erhielt seinen Namen, weil das Volk überreichlich Grund zum Klagen hatte. Zur Zeit des schwedischen Krieges wurden in der Münzstätte Leipzig derart gehaltlose, minderwertige Münzstücke mit den Jahreszahlen 1701, 1702 und 1703 millionenfach ausgeprägt. 1714 wurde die Leipziger Münzstätte geschlossen.

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