Islamische Münzen

Islamische Münzen sind wichtige Zeitzeugen in der Geschichtsforschung. Während man normalerweise in der Geschichtsforschung Chroniken als Quellen heranziehen muss, deren Aussagekraft zum Teil gering ist, haben muslimische Münzen als historische Quellen einen hohen Aussagewert. Zum einen kann die orientalische Geldgeschichte seit der Entstehung des Islams verfolgt werden. Zum anderen geben die Münzen der Forschung auch realistische Fakten an die Hand, um geschichtliche Abläufe zu rekonstruieren. Im Unterschied zu einer Chronik sind muslimische Münzen nämlich objektiv. Da aus dem Orient vor allem Chroniken bekannt sind, die entweder Zeitzeugenberichte enthalten oder aber rein fiktionale Erzähltexte sind, wie Märchen und Sagen, ist ihre Aussagekraft entweder sehr subjektiv oder wegen des hohen fiktionalen Anteils sehr gering.

Fast nur objektive Aufschriften

Während andere Münzarten häufig mit religiösen Motiven bebildert sind, entfällt dies religionsbedingt bei islamischen Münzen. Die Münzen boten deshalb schon immer viel Platz für andere Informationen. So dokumentieren sie regelmäßig den Ort und das Jahr der Prägung. Die prägenden Adelshäuser hatten auch das Herrschaftsrecht, ihre eigenen Namen auf islamische Münzen prägen zu lassen. Da es in diesen Regionen üblich war, dass beispielsweise ein Emir mit dem eigenen Namen zusammen, auch den des übergeordneten Sultans und den des Kalifen zu nennen hatte, bilden islamische Münzen nahezu komplette Herrschersysteme mit Namen, Orten und Jahreszahlen ab. Auf diese Weise helfen die Münzen dabei, die Angaben in Zeitzeugenberichten und Sagen zu überprüfen.

Für Geldgeschichte unersetzlich

Für die Geschichte des Geldes sind islamische Münzen ebenso ein unersetzlicher Wert. Für viele andere Münzarten müssen Datierung und Ort oft in mühevoller Kleinarbeit erforscht werden. Die Mühen entfallen wegen der oben genannten Vorzüge. Einer der wichtigsten Orte im deutschsprachigen Raum, an dem islamische Münzen erforscht werden, ist Tübingen. Hier bildet die Erforschung muslimischer Münzen den Kerngegenstand der Forschungsstelle für islamische Numismatik. Die Universität verfügt auch über eine ansehnliche Sammlung islamischer Münzen, die der Öffentlichkeit zugänglich ist. Seit 1988 eine bedeutende Privatsammlung in den Besitz der Universität überging, wird die Sammlung stetig erweitert und beläuft sich in der Gegenwart auf circa 65.000 Münzen. Davon sind 3.000 islamische Münzen aus Gold. Für Sammler ist der Bereich der islamischen Münzen eine riesige Fundgrube für ausgewählt schöne Sammlerstücke. Islamische Münzen stammen aus weiten geografischen Gebieten der Welt, wie beispielsweise Ägypten, Arabien und Anatolien, jedoch auch der Kaukasus, Russland oder Indien.

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