Münz-Lexikon
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Albus
- Prägezeitraum: Mitte 14. Jahrhundert bis ca. 1715 (regionale Neuprägungen bis 1760)
- Metall/Material: Silber
- Nominal: Ursprünglich als "Weißpfennig" oder "Groschen" im Umlauf, später als Rechnungsmünze
- Prägeherren: Erzbischöfe von Trier, Münzverein der Kurfürsten von Mainz, Köln, Trier
Der Albus: Die "weiße" Silbermünze des Rheinlands
Der Albus, abgeleitet vom lateinischen "albus" für "weiß", war eine bedeutende historische Währung im westlichen Teil des Deutschen Reichs, insbesondere im Rheinland. Sein Name reflektierte den hohen Silbergehalt, der ihn optisch von minderwertigeren Kupfermünzen oder schlechteren Silberlegierungen abhob und ihm den Beinamen "denarius albus" oder "weißer Pfennig" einbrachte.
Die Geschichte des Albus
- Mitte 14. Jh. Der Trierer Erzbischof Kuno II. von Falkenstein beginnt mit der Prägung des Albus. Er etabliert sich als "guter Groschen" mit hohem Silberanteil.
- 1372 Erster urkundlicher Nachweis im Münzvertrag zwischen Trier und Köln, der die Verbreitung und Akzeptanz des Albus als regionale Leitwährung festigt.
- Ab 1386 Der Albus wird zur zentralen Währung des Rheinischen Münzvereins, bestehend aus den Kurfürsten von Mainz, Köln und Trier, und wird auch in angrenzenden Territorien anerkannt.
- 1618-1648 Während des Dreißigjährigen Krieges verliert der Albus aufgrund von Münzverschlechterungen und wirtschaftlicher Instabilität an überregionaler Bedeutung.
- 1625 In Trier wird der Albus aufgrund der Darstellung des Heiligen Petrus auf der Vorderseite als "Petermenger" oder "Petermännchen" bekannt.
- 1689 Das "Petermännchen" wird durch das "Dreipetermännchen" ersetzt, eine neue Münzvariante, die bis zur Elbe Verbreitung findet.
- Ca. 1715 Die reguläre Prägung des Albus als Umlaufmünze endet weitgehend.
- 1760 Eine Neuprägung des Albus erfolgt regional in der Koblenzer Münzstätte, jedoch nur noch als Kleinmünze.
- 18. Jh. Der Albus wird primär als regionale Kleinmünze, beispielsweise in Hessen, geprägt und verliert gegenüber dem Stüber im Herzogtum Jülich-Berg an Relevanz.
Münzbild und Wertigkeit
Das Münzbild des Albus zeigte anfangs oft christliche Motive. Ab 1625 dominierte in Trier der Heilige Petrus, was zur Bezeichnung "Petermännchen" führte. Die Rückseiten zierten häufig Wappenschilde der prägenden Herrscher. Die Einführung des "Dreipetermännchens" ab 1689 markierte eine weitere Entwicklung im Münzdesign.
Die Wertigkeit des Albus variierte regional und zeitlich. Ein Münzedikt des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm von 1620 legte für die Herzogtümer Jülich-Berg fest, dass 1 Reichstaler 78 Albus entsprach, wobei 1 Albus wiederum 12 Heller zählte. Im Großherzogtum Hessen fungierten Reichstaler, Batzen und Albus später lediglich als Rechnungsmünzen, wie die Münzkonvention von 1837 belegt. Der ursprüngliche hohe Silbergehalt des Albus, der ihn als "guten Groschen" auszeichnete, nahm im Laufe der Jahrhunderte ab, insbesondere nach dem Dreißigjährigen Krieg, als er zu einer regionalen Kleinmünze degradiert wurde.
Für Sammler
Der Albus ist ein faszinierendes Zeugnis der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Münzgeschichte des Rheinlands. Exemplare aus der Frühzeit der Prägung, insbesondere solche des Trierer Erzbischofs Kuno II. von Falkenstein oder aus dem Rheinischen Münzverein, sind aufgrund ihrer historischen Bedeutung und ihres Alters besonders begehrt. Spätere regionale Prägungen, wie die "Petermännchen" oder "Dreipetermännchen", bieten ebenfalls interessante Sammelgebiete und spiegeln die lokale Münzhoheit wider. Der Zustand der Münze und die Seltenheit des Prägejahres oder der Prägestätte sind entscheidende Faktoren für den Sammlerwert.