Münz-Lexikon
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Dukat
- Prägezeitraum: Ab 1284 (Venedig), bis ins 19. Jahrhundert (Deutschland), Nachprägungen bis heute (Österreich)
- Metall/Material: Gold
- Feingehalt: 986/1000 (23,6 Karat)
- Raugewicht: ca. 3,49 g (Einzeldukat)
- Feingewicht: ca. 3,44 g (Einzeldukat)
- Prägeherren: Dogen von Venedig, Heiliges Römisches Reich, diverse Fürstentümer (z.B. Sachsen), Habsburgermonarchie
Der Dukat: Eine Goldmünze von Weltrang und historischer Stabilität
Der Dukat, auch bekannt als Zecchine oder Zechine, war über Jahrhunderte eine der bedeutendsten und stabilsten historischen Goldmünzen Europas. Mit einem Feingehalt von 986/1000 und einem Raugewicht von etwa 3,49 Gramm setzte er einen Standard für Währungsstabilität, der von Venedig aus weite Teile der Welt beeinflusste.
- 1284 Erste Prägung des Dukaten in Venedig unter Doge Giovanni Dandolo.
- 1559 Erklärung des Dukaten zur Reichsmünze im Heiligen Römischen Reich.
- 1587-1838 Kontinuierliche Prägung von Dukaten in Sachsen.
- 1857 Aufhebung des Dukaten als Reichsmünze im Deutschen Zollverein.
- 1858 Der Dukat verliert in Österreich den Status als gesetzliches Zahlungsmittel.
- 1872-1914 Prägezeitraum der letzten Umlauf-Dukaten in Österreich, die als Vorlage für heutige Nachprägungen dienen.
- 1915 Standard-Prägejahr für österreichische Nachprägungen.
- 1951 Seltenes Prägejahr durch Stempelschneiderfehler bei österreichischen Nachprägungen.
Ursprung und Design in Venedig
Die Geschichte des Dukaten beginnt in der Republik Venedig. Unter Doge Giovanni Dandolo erfolgte um 1284 die erste Prägung dieser ikonischen italienischen Münze. Die Vorderseite zeigte den Doge, wie er kniend vom Heiligen Markus die Kreuzfahne empfängt – ein Symbol der venezianischen Souveränität und Frömmigkeit. Die Rückseite zierte ein Bildnis Jesu Christi, umgeben von der lateinischen Umschrift "Sit tibi, Christe, datus, quem tu regis iste ducatus" (Dir, Christus, sei dieses Herzogtum gegeben, das du regierst). Diese Umschrift gab der Münze ihren Namen: "Ducatus" (Herzogtum), woraus sich "Dukat" ableitete. Die venezianischen Dukaten, auch Zecchinen genannt, wurden bis 1797 in nahezu unverändertem Design und Goldgehalt geprägt, was ihre außergewöhnliche Stabilität und weltweite Akzeptanz als Handelsmünze begründete.
Verbreitung und Status im deutschen Sprachraum
Die hohe Wertbeständigkeit des Dukaten führte zu seiner weiten Verbreitung. Im Heiligen Römischen Reich wurde er 1559 zur Reichsmünze erklärt, was seine Bedeutung als überregionales Zahlungsmittel unterstrich. Zahlreiche deutsche Fürstentümer, darunter Sachsen, prägten eigene Dukaten. In Sachsen erfolgte die Prägung von 1587 bis 1838. Der Wert dieser sächsischen Dukaten wurde an den Börsen auf Kurszetteln gehandelt. Mit der Gründung des Deutschen Zollvereins 1857 und der Einführung neuer Währungsstandards verlor der Dukat in Deutschland an Bedeutung, und die Prägung ging im 19. Jahrhundert stark zurück. In Österreich wurde der Dukat ebenfalls bis ins späte 19. Jahrhundert geprägt, verlor jedoch ab 1858 seinen Status als gesetzliches Zahlungsmittel, obwohl er weiterhin für den internationalen Handel und als Anlageobjekt geschätzt wurde.
Der moderne Dukat: Sammlerstücke und Nachprägungen
Auch heute noch erfreut sich der Dukat großer Beliebtheit, insbesondere in Österreich. Dort werden bis heute Nachprägungen des historischen Dukaten, basierend auf den Prägungen von 1872 bis 1914, hergestellt. Diese zeigen zumeist das Porträt von Kaiser Franz Joseph I. mit Lorbeerkranz. Das Prägejahr auf diesen modernen Stücken ist standardmäßig 1915, unabhängig vom tatsächlichen Prägejahr der Nachprägung. Neben dem Einzeldukat existiert auch das 4-Dukaten-Stück, welches das vierfache Gewicht und den vierfachen Goldgehalt des Einzeldukaten aufweist. Mit einem Durchmesser von 39,5 mm ist es bemerkenswert dünn und zeigt ebenfalls das Brustbild Kaiser Franz Josephs.
Für Sammler
Der Dukat ist ein faszinierendes Sammelgebiet. Besonders begehrt sind originale Prägungen aus Venedig oder seltenen deutschen Fürstentümern. Unter den österreichischen Nachprägungen gelten Stücke mit dem ungewöhnlichen Prägejahr 1951 als echte Raritäten. Diese entstanden durch einen Fehler des Stempelschneiders und sind für Numismatiker von besonderem Interesse. Auch der Maria-Theresien-Taler, eine Silbermünze, wird in Österreich bis heute nachgeprägt und ist ein beliebtes Geschenk- und Anlageobjekt.