Münz-Lexikon
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Eisenmeteorit
Schmelzpunkt: 1538 °C / Härte (Mohs): 4-5
Schmelzpunkt: 1455 °C / Härte (Mohs): 4
Ein Eisenmeteorit ist ein faszinierendes Relikt aus dem Weltall, das zu den seltensten Materialien auf der Erde zählt. Rund fünf Prozent aller niedergehenden Meteoriten sind Eisenmeteoriten, die primär aus einer Legierung von Eisen und Nickel bestehen und daher auch als Nickel-Eisen-Meteoriten bekannt sind. Ihre einzigartige Zusammensetzung und Struktur machen sie zu begehrten Objekten für Wissenschaft und Sammler.
Entstehung und Zusammensetzung
Eisenmeteoriten stammen aus dem Kern ehemaliger Asteroiden, wo sich Eisen und Nickel in flüssigem Zustand absetzten. Die extrem langsame Abkühlung des Asteroidenkerns – etwa ein Grad Celsius pro Jahrtausend – führte zur Kristallisation dieser Metalle. Zunächst entstand ein homogenes Eisen-Nickel-Gemisch, das später in nickelarmes Kamacit und nickelreiches Taenit kristallisierte. Neben diesen Hauptbestandteilen enthalten Eisenmeteoriten weitere Minerale wie Eisencarbid, Nickel-Eisen-Phosphit, Graphit und Eisensulfit. Spuren von Arsen, Gallium, Germanium, Gold, Iridium und Wolfram können ebenfalls vorhanden sein. Diese spezifische Legierung und die extrem langsame Abkühlung sind entscheidend für ihre einzigartigen metallurgischen Eigenschaften.
Charakteristische Merkmale
Eisenmeteoriten zeichnen sich durch ihr hohes spezifisches Gewicht aus. Ihre Oberfläche weist oft unregelmäßige Vertiefungen auf, sogenannte Regmaglypten, die an Fingerabdrücke erinnern. Nach dem Polieren und Ätzen der krustigen Oberfläche offenbaren sich die charakteristischen Widmanstättenschen Strukturen – ein einzigartiges Muster aus ineinandergreifenden Kamacit- und Taenit-Lamellen, das ihre extraterrestrische Herkunft beweist.
Historische und numismatische Bedeutung
Bereits in der Ur- und Frühgeschichte (ca. 3300 bis 3000 v. Chr.) wurden Eisenmeteoriten als wertvolle Rohstoffe genutzt. Aus dem harten, reinen Eisen wurden Werkzeuge, Waffen und Kultgegenstände gefertigt, wie die berühmte Dolchklinge aus dem Grab Tutanchamuns belegt. Auch die Eskimos verwendeten meteoritisches Eisen für Messer- und Harpunenklingen. Heute wird meteoritisches Eisen zu exklusivem Schmuck oder hochwertigen Messern verarbeitet. Für die Numismatik sind Eisenmeteoriten von besonderem Interesse: Ihre Seltenheit und die einzigartigen Widmanstättenschen Strukturen prädestinieren sie für die Integration in spezielle Sammler- oder GedenkMünzen, wo sie als materielle Verbindung zum Weltall geschätzt werden.
Klassifikation der Eisenmeteoriten
Nickelgehalt: über 15 Prozent. Hauptbestandteil Taenit. Zeigen keine Widmanstättenschen Strukturen.
Nickelgehalt: 4 bis 7,5 Prozent. Bestehen fast ausschließlich aus Kamacit. Können Verformungen der Kristallstruktur aufweisen, die auf Einschläge hindeuten.
Entstehung: über 800 Grad Celsius. Bestehen aus Kamacit und Taenit. Nach Polieren und Ätzen zeigen sie die charakteristischen Widmanstättenschen Strukturen. Je höher der Nickelgehalt, desto feiner die Struktur.