Münz-Lexikon
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Elfenbein
Dichte: ca. 1,7-1,9 g/cm³
Härte (Mohs): 2,5-2,75
Elfenbein ist ein hochgeschätztes, organisches Material, das primär aus dem Zahnbein der Stoßzähne von Elefanten und fossilen Mammuts gewonnen wird. Es zeichnet sich durch eine charakteristische warme, cremeweiße Farbe und eine einzigartige, relativ weiche, aber dichte Struktur aus, die es für kunstvolle Bearbeitungen prädestiniert. Diese Materialeigenschaften, kombiniert mit seiner Seltenheit, haben Elfenbein seit Jahrtausenden zu einem Symbol für Reichtum, Macht und künstlerische Meisterschaft gemacht. Chemisch besteht Elfenbein zu etwa 60 Prozent aus Calciumphosphat, ergänzt durch Calciumcarbonat und eine organische Matrix, die ihm seine spezifische Elastizität und Bearbeitbarkeit verleiht.
Zahnbein von Stoßzähnen (Elefanten, Mammuts)
Ca. 60% Calciumphosphat, Calciumcarbonat, organische Matrix
Warmweiß bis Cremefarben
2,5 - 2,75
1,7 - 1,9 g/cm³
Historische Bedeutung und Verwendung
Die Nutzung von Elfenbein reicht bis in die Steinzeit zurück, wo es bereits vor über 30.000 Jahren für die Herstellung von Gebrauchsgegenständen wie Speerspitzen und Nadeln sowie für frühe Kunstwerke, darunter detaillierte Tierfiguren, verwendet wurde. Diese Funde belegen die frühe Wertschätzung des Materials für seine Formbarkeit und Beständigkeit. Um 4000 v. Chr. fertigten die Ägypter kunstvolle Grabbeigaben und Intarsien aus Elfenbein, die den Status der Verstorbenen unterstreichen sollten. Die Phönizier etablierten um 1000 v. Chr. einen weitreichenden Handel, der Elfenbein als Luxusgut in Europa und Vorderasien verbreitete. Auch die Römer schätzten den Werkstoff für die Anfertigung von Werkzeugen, Musikinstrumenten, aufwendigen Möbelverzierungen und repräsentativen Kunstobjekten. Mit der Verbreitung des Christentums in Europa erhielt Elfenbein eine zusätzliche religiöse Bedeutung. Seine helle, makellose Farbe symbolisierte Reinheit und Göttlichkeit, weshalb es für die Herstellung von sakralen Objekten wie Hostienbehältern, Reliquiaren, Kruzifixen und Bischofsstäben bevorzugt wurde, die oft mit Gold und Edelsteinen verziert waren.
Elfenbeinschnitzerei: Kunst und Präzision
Die besondere Eignung von Elfenbein für filigrane Schnitzereien ist weltweit anerkannt und hat zu einer reichen Tradition der Elfenbeinkunst geführt. Seine relative Weichheit ermöglicht detailreiche und präzise Bearbeitungen, während seine inhärente Dichte und Haltbarkeit die Langlebigkeit der Kunstwerke sichert. Diese Eigenschaften erlaubten die Schaffung erstaunlicher Abbilder und komplexer Verzierungen, die oft mit einer feinen Politur versehen wurden, um den natürlichen Glanz des Materials hervorzuheben. Ein herausragendes Beispiel aus der Antike ist die monumentale Zeusstatue in Olympia, eines der Sieben Weltwunder, die eine Höhe von 12 Metern erreichte und deren Verkleidung, insbesondere Hautpartien, aus Elfenbein gefertigt war. Heute unterliegt der Handel mit neuem Elfenbein strengen internationalen Schutzbestimmungen, um den Schutz lebender Tierarten zu gewährleisten. Daher wird in der modernen Kunst und Restaurierung fast ausschließlich fossiles Mammutelfenbein verwendet, das aus prähistorischen Ablagerungen geborgen wird und eine nachhaltige Alternative darstellt.