Münz-Lexikon
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Guinea Dukat
- Prägezeitraum: Brandenburg-Preußen: 1682–1696; Dänemark: 1657–1747
- Metall/Material: Gold (986/1000 Feingehalt)
- Nominale: Dukat, Mehrfachdukaten
- Prägeherr: Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, Dänische Könige (u.a. Christian V.)
- Münzfuß: Dukatenfuß (ca. 3,44 g Feingold)
Die Guinea-Dukaten: Goldmünzen der Kolonialzeit
Die Guinea-Dukaten sind faszinierende Goldmünzen, die in der Ära des europäischen Kolonialismus von Brandenburg-Preußen und Dänemark geprägt wurden. Sie symbolisieren die Bestrebungen dieser Mächte, am lukrativen Überseehandel teilzuhaben und zeugen von der Herkunft des verwendeten Edelmetalls aus westafrikanischen Goldminen.
Brandenburgische Guinea-Dukaten
Die brandenburgischen Guinea-Dukaten wurden unter Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg in den Jahren 1682 bis 1696 in Berlin geprägt. Diese Münzen dienten als Zahlungsmittel und als Prestigeobjekt, das die koloniale Präsenz Brandenburgs in Westafrika, insbesondere in der Kolonie Groß Friedrichsburg (heutiges Ghana), unterstreichen sollte. Die Münzen wurden nach dem Dukatenfuß geschlagen, was einem Raugewicht von etwa 3,49 Gramm und einem Feingehalt von 986/1000 Gold (ca. 3,44 Gramm Feingold) entsprach. Ihr charakteristisches Münzbild, ein dreimastiges Segelschiff auf der Vorderseite, brachte ihnen den Beinamen „Schiffsdukaten“ ein und erinnerte direkt an den Überseehandel und die Herkunft des Goldes.
Dänische Guinea-Dukaten
Parallel zu den brandenburgischen Prägungen existierten dänische Guinea-Dukaten, die eine längere Prägeperiode von 1657 bis 1747 aufweisen. Dänemark, mit einer etablierten Handelspräsenz in Guinea, nutzte ebenfalls das dort gewonnene Gold für seine Dukaten. Diese dänischen Stücke waren nicht nur als Einfachdukaten, sondern auch als Teil- und Mehrfachstücke im Umlauf. Ihre Münzbilder variierten und zeigten oft Ansichten der dänischen Festung Christiansborg an der Goldküste oder symbolische Darstellungen wie Elefanten, die den Reichtum und die exotische Herkunft des Metalls betonten.
- 1657 Beginn der Prägung dänischer Guinea-Dukaten.
- 1682 Beginn der Prägung brandenburgischer Guinea-Dukaten in Berlin.
- 1696 Ende der Prägung brandenburgischer Guinea-Dukaten.
- 1747 Ende der Prägung dänischer Guinea-Dukaten.
Für Sammler
Guinea-Dukaten sind aufgrund ihrer historischen Bedeutung und ihres hohen Goldgehalts bei Numismatikern sehr begehrt. Insbesondere die brandenburgischen Schiffsdukaten aus Deutschland sind aufgrund ihrer Seltenheit und der Verbindung zur kurzen brandenburgischen Kolonialgeschichte von besonderem Interesse. Ein herausragendes Beispiel für den Wert dieser Münzen ist ein 1687 geprägter Guinea-Dukat mit dem Bildnis Kurfürst Friedrich Wilhelms, der im Februar 2014 bei einer Auktion für 28.000 EUR versteigert wurde. Diese nur 14 mm große Münze, die aus reinem Gold besteht, übertraf ihren Schätzwert von 20.000 EUR deutlich und unterstreicht die anhaltende Faszination für diese seltenen Zeugnisse der Münzgeschichte.