Münz-Lexikon
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Iridium
Schmelzpunkt: 2466 °C
Dichte: 22.56 g/cm³
Härte: ca. 6.5 Mohs
Iridium (Ir) ist ein faszinierendes chemisches Element und zählt zu den Platinmetallen. Mit der Ordnungszahl 77 in der Cobaltgruppe (Gruppe 9) des Periodensystems ist es bekannt für seine extreme Dichte, Härte und unübertroffene Korrosionsbeständigkeit.
Die Entdeckung von Iridium erfolgte im Jahr 1804 durch den britischen Chemiker Smithson Tennant. Er isolierte es zusammen mit Osmium aus dem unlöslichen Rückstand von Rohplatin, nachdem dieses in Königswasser aufgelöst worden war. Der Name "Iridium" leitet sich vom griechischen Wort für "Regenbogen" ab, eine Anspielung auf die vielfältigen, irisierenden Farben seiner chemischen Verbindungen.
Als eines der seltensten nicht-radioaktiven Metalle der Erde übertrifft Iridium in seiner Seltenheit sogar Gold und Platin. Es nimmt lediglich Platz 81 in der Elementhäufigkeit der Erdkruste ein. Die primären Fördergebiete liegen in Südafrika, dem Ural, Nord- und Südamerika, Tasmanien, Borneo und Japan. Neben der direkten Gewinnung aus natürlichen Lagerstätten fällt Iridium auch als Nebenprodukt bei der Verhüttung von Nickelerzen an.
Aus metallurgischer Sicht ist Iridium aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften von großem Interesse. Es ist das korrosionsbeständigste Element überhaupt und wird selbst von Königswasser oder anderen aggressiven Säuren nicht angegriffen. Diese extreme Beständigkeit, gepaart mit seiner außergewöhnlichen Härte und Sprödigkeit sowie einem sehr hohen Schmelzpunkt von 2466 °C und Siedepunkt von 4428 °C, macht es zu einem idealen Legierungsbestandteil für hochbeanspruchte Materialien. Allerdings erschweren genau diese Eigenschaften seine Verarbeitung erheblich.
In der Praxis findet Iridium vor allem in Legierungen Anwendung, die höchste Widerstandsfähigkeit erfordern. Beispiele hierfür sind robuste Trauringe, langlebige elektrische Kontakte, präzise medizinische Instrumente, Federn und andere mechanische Komponenten, die extremen Belastungen standhalten müssen. Historisch besonders bedeutsam sind das Pariser Urmeter und das Urkilogramm von 1889, die aus einer Platin-Iridium-Legierung gefertigt wurden, um höchste Stabilität und Unveränderlichkeit zu gewährleisten.
Obwohl Iridium aufgrund seiner Seltenheit, seines hohen Preises und seiner schwierigen Verarbeitbarkeit nicht für die Massenproduktion von Umlaufmünzen geeignet ist, wären seine Eigenschaften für numismatische Zwecke theoretisch ideal. Eine Silber- oder Goldmünze, die mit Iridium legiert wäre, würde eine unübertroffene Härte und Abriebfestigkeit aufweisen, wodurch sie extrem langlebig und widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse wäre. Dies würde den Werterhalt und die Fälschungssicherheit erheblich steigern. In der Welt der Sammlermünzen könnte Iridium als exklusives Material für extrem limitierte Editionen oder als Legierungsbestandteil für besonders wertvolle Gedenkmünzen in Betracht gezogen werden, um deren Einzigartigkeit und Beständigkeit zu unterstreichen.