Münz-Lexikon
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Konventionsmünzfuß
- Prägezeitraum: 1753 – 1856
- Metall/Material: Silber (833⅓/1000 fein)
Der Konventionsmünzfuß: Eine Ära des Silbers in Mitteleuropa
Der Konventionsmünzfuß, oft auch als Konventionsfuß bezeichnet, etablierte sich als maßgeblicher Währungsstandard in weiten Teilen Mitteleuropas. Er ging aus der am 20. September 1753 zwischen Österreich und Bayern geschlossenen Münzkonvention hervor. Kern dieses Münzfußes war die Festlegung, dass aus einer Kölnischen Mark (ca. 233,85 g) 833⅓/1000 feinen Silbers genau 10 Taler oder 20 Gulden geprägt werden sollten. Die nach diesem Standard geprägten Münzen wurden entsprechend als Konventionstaler oder Konventionsgulden bekannt.
- 1753 Münzkonvention zwischen Österreich und Bayern etabliert den Konventionsmünzfuß.
- Bis 1763 Beitritt zahlreicher süd-, mittel- und ostdeutscher Staaten, darunter Bayern, Sachsen, Schwaben, Ober- und Niederrhein.
- 1837 Münchner Münzvertrag leitet die Ablösung des Konventionsmünzfußes in Deutschland ein.
- 1838 Dresdner Münzvertrag bestätigt die Ablösung; letzte Konventionstaler in Sachsen geprägt.
- 1856 Letzte Konventionstaler in Österreich geprägt.
- 1857 Wiener Münzvertrag führt einen neuen Münzfuß für Österreich und den Deutschen Zollverein ein.
Die präzise Definition des Konventionsmünzfußes bedeutete, dass ein ganzer Taler exakt zwei Gulden oder einem sogenannten Doppelgulden entsprach. Ein halber Taler wiederum war identisch mit einem Gulden. Zur Qualitätssicherung trugen viele Konventionstaler die Inschrift "X EINE FEINE MARK" oder die Abkürzung "X E F MARK", die den Feingehalt und die Stückzahl pro Mark anzeigte.
Verbreitung und Ausnahmen
Nach seiner Einführung durch Österreich und Bayern im Jahr 1753 breitete sich der Konventionsmünzfuß rasch aus. Bis 1763 schlossen sich wichtige Münzkreise wie der bayerische, schwäbische, oberrheinische und niederrheinische Kreis sowie der sächsische Kurfürst und die Herzöge Sachsens der Konvention an. Dies führte zu einer weitreichenden Akzeptanz in fast ganz Süddeutschland und bis in den Osten des Landes. In leicht modifizierter Form fand der Konventionsmünzfuß auch in Mittel- und Westdeutschland sowie im Norden Verbreitung und wurde schließlich in nahezu allen Gebieten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation übernommen. Bedeutende Ausnahmen, die den Konventionsmünzfuß nicht adaptierten, waren Preußen, die Hansestädte Bremen, Lübeck und Hamburg, Teile Mecklenburgs sowie Schleswig-Holstein.
Das Ende einer Ära
Die Ära des Konventionsmünzfußes fand in Deutschland mit den Münzverträgen von München (1837) und Dresden (1838) ihr Ende. Diese Verträge führten zur Einführung des 14-Taler-Fußes und damit zur Ablösung des älteren Standards. Die letzten Konventionstaler in Deutschland wurden 1838 in Sachsen geprägt. In Österreich hielt sich der Konventionsmünzfuß länger; dort wurden Konventionstaler noch bis 1856 ausgegeben, bevor auch hier der Wiener Münzvertrag von 1857 einen neuen, einheitlichen Münzfuß für den gesamten Deutschen Zollverein und Österreich festlegte.
Für Sammler
Konventionstaler und Konventionsgulden sind faszinierende Zeugnisse einer Epoche, in der eine Vereinheitlichung des Münzwesens in Mitteleuropa angestrebt wurde. Ihre detaillierten Prägungen und die oft noch sichtbare Feingehaltsangabe machen sie zu begehrten Objekten für Sammler Historischer Münzen. Der Erhaltungsgrad spielt eine entscheidende Rolle für ihren Wert, wobei gut erhaltene Exemplare mit klar lesbaren Inschriften besonders gesucht sind.