Münz-Lexikon
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Konventionstaler
- Prägezeitraum: 1750 – 1857 (Deutschland), bis 1956 (Österreich)
- Metall/Material: Silber
- Prägeherr: Heiliges Römisches Reich, Österreich, Bayern, Sachsen
- Münzfuß: 20-Gulden-Fuß
Der Konventionstaler: Eine Währungsepoche im Heiligen Römischen Reich
Der Konventionstaler, auch Conventionstaler genannt, war eine bedeutende historische Talermünze des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Seine Einführung erfolgte nach der Münzkonvention von 1753 und basierte auf dem 20-Gulden-Fuß. Diese Währungseinheit spielte eine zentrale Rolle in der Münzgeschichte Mitteleuropas und löste den Reichstaler ab.
Die Prägung des Konventionstalers erfolgte zu je zehn Stück aus einer Kölner Mark Feinsilber. Eine Kölner Mark entsprach einem Raugewicht von 233 Gramm. Der Feingehalt des Konventionstalers betrug 833⅓ /1000, was einem Feingewicht von 23,385 Gramm Silber entsprach. Die Formel "X eine feine Mark" oder die Abkürzung "X E F Mark" auf einigen Münzen verwies auf diese Prägenorm. Ursprünglich entsprach ein Konventionstaler exakt zwei Gulden, weshalb der halbe Konventionstaler oft als Gulden bezeichnet wurde. Im süddeutschen Raum wich die Parität bei geringerwertigem Kleingeld ab, wo ein Konventionstaler zwei Gulden und zwölf Kreuzern entsprach.
- 1750 Einführung des Talers als Nachfolger des Reichstalers in Österreich am 7. November.
- 1753 Genehmigung des Konventionsfußes am 20. September im bayerischen Reichskreis, Ausbreitung nach Süddeutschland und Sachsen.
- 1838 Produktion der letzten deutschen Konventionstaler. Der Dresdner Münzvertrag verdrängt den Konventionstaler in Deutschland endgültig.
- 1857 Unterbrechung der Prägung in Österreich durch den Wiener Münzvertrag.
- 1956 Prägung der letzten Konventionstaler in Österreich.
Währungsrelationen und Ablösung
Im Gegensatz zum Reichstaler, der 24 Groschen wert war, entsprach der Konventionstaler 32 Groschen. Dies führte zu einer Umrechnung von 4 ⅓ (Zähl-)Reichstalern pro Konventionstaler. Der alte deutsche Reichstaler, basierend auf einem 13 ⅓ Talerfuß der kölnischen Mark, unterschied sich somit deutlich vom Konventionstaler. Eine weitere Konkurrenz entstand 1750 durch die Einführung des preußischen Real, der nach dem Graumannschen Münzfuß (14-Talerfuß) geprägt wurde. Dieser preußische Reichstaler war leichter und besaß einen geringeren Wert als der Konventionstaler.
Der Dresdner Münzvertrag von 1838 markierte das Ende des Konventionstalers in Deutschland. Fortan galten in den Ländern des Deutschen Zollvereins neue Währungsrelationen: Zwei Taler nach dem 14-Talerfuß entsprachen 3½ Gulden nach dem 24½-Guldenfuß.
Für Sammler
Konventionstaler sind aufgrund ihrer historischen Bedeutung und der Vielfalt der Prägestätten begehrte Sammlerobjekte. Besonders frühe Prägungen oder Münzen aus kleineren Fürstentümern können einen hohen Sammlerwert besitzen. Der Erhaltungszustand spielt eine entscheidende Rolle für die Wertbestimmung. Achten Sie auf klare Prägebilder und gut lesbare Inschriften, um die Authentizität und Qualität zu gewährleisten.