Münz-Lexikon
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Krone
Die Historische Goldkrone Österreich-Ungarns, eingeführt 1892, markierte einen Wendepunkt in der Währungsgeschichte der Donaumonarchie. Als Teil der Umstellung auf den Goldstandard löste sie den Gulden ab und etablierte eine stabile Währung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Ihre hohe Reinheit und die prägnante Gestaltung machen sie bis heute zu einer begehrten Anlagemünze und einem faszinierenden Zeugnis der k.u.k. Monarchie.
Die Einführung der Krone im Jahr 1892 war eine Reaktion auf die internationale Entwicklung hin zum Goldstandard. Sie wurde in Stückelungen zu 10, 20 und später 100 Kronen geprägt. Alle Münzen bestanden aus 900/1000 Gold. Die Vorderseite zeigte stets das Porträt von Kaiser Franz Joseph I., dem Oberhaupt des Königshauses Habsburg-Lothringen. Die Umschrift trug seinen ausführlichen Titel in lateinischen Abkürzungen. Die Rückseite zierte der doppelköpfige Adler, das Wappen der Monarchie, zusammen mit dem Prägejahr und dem kaiserlichen Wahlspruch "VIRIBUS UNITIS" (Mit vereinten Kräften). Die offizielle Prägung endete 1914 mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs, als die Monarchie den Goldstandard aufgeben musste, um die Kriegskosten zu finanzieren.
Prägezeiten und Nachprägungen der Krone
Die 10- und 20-Kronen-Münzen wurden ab 1892 ausgegeben. Die 100-Kronen-Münze folgte erst 1909 anlässlich des 60-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. Die Prägung der 10-Kronen-Münze wurde bereits 1911 eingestellt, während die 20- und 100-Kronen-Münzen bis 1914 weiterproduziert wurden. Aufgrund der hohen Nachfrage als Anlagemünzen begannen unmittelbar nach dem Ende der Originalprägung offizielle Nachprägungen. Die 10-Kronen-Nachprägungen tragen die Jahreszahl 1912, während die 20- und 100-Kronen-Stücke mit der Jahreszahl 1915 versehen wurden. Diese Nachprägungen, die in Form, Gewicht und Feingehalt den Originalen entsprechen, wurden bis 1989 offiziell fortgesetzt und sind auch heute noch auf dem Markt erhältlich.
Ungarische Entsprechung
Parallel zur österreichischen Krone existierten die ungarischen Korona-Goldmünzen. Diese waren in ihren Spezifikationen – Nennwert, Gewicht, Feingehalt und Durchmesser – identisch mit den österreichischen Kronen. Sie unterschieden sich lediglich im Münzbild, das ungarische Symbole und Inschriften trug. Beide Münzarten sind in großer Stückzahl im Umlauf, sowohl als Originale als auch als Nachprägungen, und erfreuen sich aufgrund ihres geringen Aufgeldes großer Beliebtheit bei Goldanlegern. Es ist wichtig, die k.u.k. Krone nicht mit der sogenannten "Goldkrone" des deutschen Zollvereins aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zu verwechseln, die ein anderes Währungssystem repräsentierte und in Deutschland kursierte.
Ende der Krone
Nach dem Zerfall der k.u.k. Monarchie und der Hyperinflation der Nachkriegszeit wurde die Krone in den Nachfolgestaaten durch neue Währungen ersetzt. In Österreich wurde die Krone 1925 durch den Schilling abgelöst, der bis zur Einführung des Euro im Jahr 2002 die Landeswährung blieb. Die Bezeichnung "Krone" lebte in einigen anderen Ländern wie der Tschechoslowakei (Koruna) oder Ungarn (Korona) fort, jedoch als eigenständige Währungen ohne direkte Verbindung zum ursprünglichen Goldstandard der k.u.k. Krone.
Historische Stückelungen der k.u.k. Goldkrone
| Nennwert | Prägezeitraum (Original) | Feingehalt | Feingewicht | Gesamtgewicht |
|---|---|---|---|---|
| 10 Kronen | 1892–1911 | 900/1000 Gold | 3,04875 g | 3,3875 g |
| 20 Kronen | 1892–1914 | 900/1000 Gold | 6,0975 g | 6,775 g |
| 100 Kronen | 1909–1914 | 900/1000 Gold | 30,4875 g | 33,875 g |