Münz-Lexikon
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Löwenpfennig
- Prägezeitraum: ca. 12. bis 16. Jahrhundert
- Metall/Material: Silber (teilweise Kupferlegierungen)
- Nominale: Pfennig, Heller
Der Löwenpfennig: Symbol der Macht auf mittelalterlichen Münzen
Der Löwenpfennig bezeichnet eine Gruppe von Münzen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, die das Motiv eines Löwen tragen. Diese Prägungen umfassen Pfennige, Heller und Brakteaten. Der Heller entsprach dabei dem halben Wert eines Pfennigs. Brakteaten sind charakteristische, dünne Blechmünzen, die ausschließlich einseitig geprägt wurden. Unabhängig von ihrer spezifischen Form oder ihrem Nominalwert werden alle diese Münzarten mit dem Löwenmotiv als Löwenpfennig zusammengefasst. Das Löwenmotiv war in den altdeutschen Wappen und Herrschaftszeichen weit verbreitet und galt lange als prägnantes Zeichen weltlicher Herrscher, insbesondere eng verbunden mit der Stadt und den Herzögen von Braunschweig.
- 12. Jahrhundert Erste Löwen-Brakteaten unter Heinrich dem Löwen.
- 13. Jahrhundert Verbreitung des Löwenmotivs auf Pfennigen und Hellern in verschiedenen Territorien.
- 14.-16. Jahrhundert Fortführung der Prägung von Löwenpfennigen, teils mit variierendem Silbergehalt.
Die Deutschland weit verbreitete Darstellung des Löwen auf Münzen ist untrennbar mit der Figur Heinrichs des Löwen (ca. 1129/1131–1195), Herzog von Sachsen und Bayern, verbunden. Aus seiner Regierungszeit sind zahlreiche Brakteaten mit dem Löwenmotiv erhalten, die die enge heraldische und numismatische Verbindung Braunschweigs zu diesem Wappentier begründeten. Diese frühen Brakteaten wiesen oft einen hohen Silbergehalt auf, typischerweise um 900/1000, bei einem geringen Raugewicht von unter einem Gramm. Mit der Zeit und der Einführung zweiseitiger Pfennige variierte der Münzfuß und damit der Feingehalt regional stark.
Die ikonografische Darstellung des Löwen auf diesen Münzen ist meist stark stilisiert: Der Löwe wird oft aufgerichtet, mit schlankem Körper, großem Kopf und mächtigen Pranken gezeigt, während die Mähne nur angedeutet ist. Diese Haltung unterstreicht den Herrschaftsanspruch und die Stärke des Prägeherrn. Gelegentlich wird dieser Anspruch durch zusätzliche Symbole wie eine Krone oder andere Zeichen weltlicher Macht verstärkt. Neben den Welfen in Braunschweig nutzten auch andere Fürstengeschlechter, wie die Wettiner oder die Herzöge von Böhmen, den Löwen als Münzbild, was die weite Verbreitung dieses Motivs im Heiligen Römischen Reich belegt.
Für Sammler
Löwenpfennige aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit sind aufgrund ihrer Historischen Bedeutung und ihres Alters oft von hohem Sammlerwert. Besonders gesuchte Stücke sind gut erhaltene Brakteaten aus der Zeit Heinrichs des Löwen oder seltene Prägungen anderer Herrscherhäuser. Der Wert hängt stark vom Erhaltungsgrad, der Seltenheit des Prägeortes und der historischen Provenienz ab. Eine genaue Bestimmung durch Fachliteratur oder Experten ist für die korrekte Einordnung und Bewertung unerlässlich.