Münz-Lexikon
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Prager Groschen
- Prägezeitraum: ca. 1300 – 1547
- Metall/Material: Silber
Der Prager Groschen: Eine numismatische Ikone Mitteleuropas
Der Prager Groschen (tschechisch: Pražský groš, lateinisch: grossi Pragenses) war eine im Mittelalter in Mittel- und Osteuropa weit verbreitete Silbermünze. Als bedeutendes Zahlungsmittel prägte sie die Wirtschaftsgeschichte Böhmens und darüber hinaus. Heute ist sie eine historisch wertvolle Sammlermünze.
Der Prager Groschen wurde nach dem sogenannten Groschenfuß geprägt. Die Vorderseite der Münze trug die Inschrift "DEI GRATIA REX BOEMIE" (Durch die Gnade Gottes, der König von Böhmen), während die Rückseite mit "GROSSI PRAGENSES" versehen war. Das Raugewicht der Münze variierte zwischen 3,5 und 3,7 Gramm bei einem hohen Feingehalt von 933/1000. Der Prager Groschen war in zwölf Denare unterteilt, wobei die Vorderseite oft einen böhmischen, heraldischen Löwenschild zeigte.
Die Geschichte und Prägung des Prager Groschens
- 1266 Einführung der "Denar grossus" in Frankreich, die als Inspiration für den Prager Groschen diente.
- ca. 1300 Beginn der Prägung des Prager Groschens in den Silberbergwerken von Kutná Hora unter König Wenzel II. von Böhmen.
- ca. 1300 Einführung des Bergbau-Codes "Ius regale montanorum" durch Gozzius von Orvieto, der eine umfassende Münzreform einleitete.
- 16. Jahrhundert Entdeckung neuer Silberminen in Jáchymov (Joachimsthal) und die damit verbundene Prägung des Thalers (Tolar) leiten den Bedeutungsverlust des Prager Groschens ein.
- 1547 Einstellung der Prägung des Prager Groschens durch Ferdinand I.
Die Prägung des Prager Groschens begann um 1300 in den reichen Silberbergwerken von Kutná Hora unter der Herrschaft des böhmischen Königs Wenzel II. Dieser lud den italienischen Juristen Gozzius von Orvieto ein, um einen neuen Bergbau-Code, das "Ius regale montanorum", zu schaffen. Diese Reform revolutionierte das Münzwesen und legte den Grundstein für die weitreichende Verbreitung des Prager Groschens. Die enormen Silbervorkommen in Kutná Hora sicherten die kontinuierliche Produktion und die hohe Qualität der Münzen.
Die Inspiration für den Prager Groschen stammte von französischen Münzen, den sogenannten "Denar grossus" (lateinisch für "Dicker Denar"), die seit 1266 in Gebrauch waren. Diese Vorbilder beeinflussten maßgeblich Design und Münzfuß. Die Blütezeit des Prager Groschens endete mit der Entdeckung neuer, ertragreicher Silberminen in Jáchymov (Joachimsthal) im 16. Jahrhundert. Dort begann die Prägung des Thalers, im böhmischen Reich als Tolar bekannt, der den Prager Groschen allmählich als dominierendes Zahlungsmittel ablöste. Im Jahr 1547 wurde die Prägung des Prager Groschens schließlich durch Ferdinand I. eingestellt.
Für Sammler
Der Prager Groschen ist aufgrund seiner langen Geschichte und seiner weitreichenden Bedeutung ein begehrtes Objekt für Numismatiker. Exemplare in gutem Erhaltungszustand sind besonders wertvoll. Die Vielfalt der Prägungen über die Jahrhunderte bietet ein reiches Forschungsfeld. Achten Sie auf die Prägequalität und mögliche Varianten, die den Sammlerwert erheblich steigern können.