Münz-Lexikon
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Schreckenberger
- Prägezeitraum: 1498–1571 (Originalprägung)
- Metall/Material: Silber (933/1000, später 908/1000)
- Nominal: Großgroschen (entsprach 36 Pfennigen)
- Prägeherren: Sächsische Herzöge
Der Schreckenberger: Sachsens prägende historische Silbermünze
Der Schreckenberger, auch bekannt als Engelgroschen oder Mühlsteinmünze, ist eine bedeutende sächsische Großgroschenmünze, die von 1498 bis 1571 geprägt wurde. Ihren Namen verdankt sie dem reichen Silbererzvorkommen am Schreckenberg, dem heutigen Annaberg-Buchholz im Erzgebirge, das 1491 entdeckt wurde. Diese Münze zeichnete sich durch ihren hohen Silberfeingehalt und ihre charakteristische Gestaltung aus, die sie zu einem wichtigen Zahlungsmittel im 16. Jahrhundert machte.
- 1491 Entdeckung eines bedeutenden Silbererzvorkommens am Schreckenberg (heute Annaberg-Buchholz).
- 1498 Die Stadt Schreckenberg erhält das Münzrecht. Die ersten Schreckenberger werden im Sehmatal geprägt. Der Avers zeigt einen Engel mit Kurschild und Schwertern, der Revers die Wappen sächsischer Herzöge.
- 1502 Verlegung der Münzstätte in das nahegelegene Annaberg.
- Bis 1558 Die Schreckenberger werden mit einem Feingehalt von 933/1000 Silber bei einem Raugewicht von etwa 4,5 Gramm geprägt.
- Ab 1558 Anpassung des Münzfußes: Die Münzen werden nun mit einem Feingehalt von 908/1000 Silber und einem Raugewicht von 5 Gramm ausgegeben.
- 16. Jahrhundert Die Prägung erfolgt in verschiedenen sächsischen Münzstätten, darunter Annaberg, Leipzig, Freiberg, Zwickau, Buchholz, Saalfeld und Dresden. Ein Schreckenberger entspricht einem Wert von 36 Pfennigen oder sieben Münzen einem Goldgulden.
- 1571 Die Prägung der originalen Schreckenberger wird eingestellt.
- 1618–1648 Während der Kipper- und Wipperzeit werden minderwertige „Kipper-Schreckenberger“ mit einem Feingehalt von oft nur 350/1000 oder weniger in ganz Deutschland geprägt, was maßgeblich zur Inflation beiträgt.
Für Sammler
Der Schreckenberger ist aufgrund seines hohen ursprünglichen Silberfeingehalts und seiner historischen Bedeutung als Zeugnis des sächsischen Bergbaus und Münzwesens bei Sammlern begehrt. Es ist entscheidend, originale Schreckenberger von den deutlich minderwertigeren Kipper-Schreckenbergern zu unterscheiden, die während der Inflationsphase des Dreißigjährigen Krieges in Umlauf gebracht wurden. Originale Exemplare in guter Erhaltung sind wertvolle Zeitzeugen der frühen Neuzeit.