Münz-Lexikon
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Turmalin
Härte: 7-7,5 (Mohs)
Dichte: 2,82-3,32 g/cm³
Kristallsystem: Trigonal
Der Turmalin, ein komplexes Borosilikatmineral, ist bekannt für seine außergewöhnliche Farbenvielfalt. Ein einzelner Kristall kann mehrere Farben aufweisen, die zudem je nach Betrachtungswinkel variieren (Pleochroismus). Grüne Turmaline können seitlich betrachtet braun erscheinen, und die Farbschattierung kann von Blau bis Schwarz übergehen, wenn der Stein gedreht wird.
Der Name "Turmalin" leitet sich vom singhalesischen Wort "thuremali" ab, das "bunte Schmucksteine" bedeutet. Bereits 1711 gelangte der Turmalin nach Europa, und ab der Mitte des 18. Jahrhunderts etablierte die Holländische Ostindische Kompanie ein Handelsmonopol für den Export dieser Edelsteine aus Sri Lanka. Geologisch bildet der Turmalin prismatische Kristalle, die primär in magmatischem Gestein wie Pegmatiten entstehen. Auch in Gesteinsschichten, die unter hohem Druck in der Erdkruste gebildet werden (metamorphes Gestein), ist er zu finden. Das Mineral Elbait ist dabei ein wesentlicher Bestandteil für die Entstehung vieler Turmalinvarietäten.
Die chemische Zusammensetzung des Turmalins ist eng mit seiner Farbe verknüpft. So werden farblose Varietäten als Achroit bezeichnet, blaue als Indigolith, rosa bis rote als Rubellith, blauviolette bis rotviolette als Siberit, dunkelgelbe als Tilasit und grüne als Verdelith. Hauptabbaugebiete für Turmaline liegen in Afghanistan, Brasilien, Kenia, Madagaskar, Malawi, Mosambik und Nigeria.
Zu den prominentesten Sonderformen zählt der Deutschland weit verbreitete Schörl, der häufigste Turmalin. Er wurde bereits 1562 im Historisch im Erzgebirge entdeckt. Der Schörl ist typischerweise außen schwarz mit einem weißen Kern und sein Hauptbestandteil ist Eisen. Der Dravit, benannt nach seinem Fundort entlang der Drau im damaligen Kärnten, wurde erstmals 1884 von Gustav Tschermak beschrieben. Dieser schwarzbraune Stein besteht hauptsächlich aus Magnesium und Aluminium. Der Elbait, dessen Name von der Insel Elba stammt, wo 1818 erstmals Lithium in diesem Mineral nachgewiesen wurde, ist bekannt für seine Vielfarbigkeit.
Mit einer Mohs-Härte von 7 bis 7,5 eignet sich der Turmalin hervorragend als Schmuckstein. Seine Robustheit und Ästhetik machen ihn zu einem beliebten Material für hochwertige Verzierungen. So sind beispielsweise die Meisterschale der Fußballbundesliga und der DFB-Pokal mit Turmalinen besetzt, was die Wertschätzung dieses Edelsteins im Bereich Sport unterstreicht. Darüber hinaus besitzt der Turmalin pyroelektrische Eigenschaften: Beim Erwärmen oder Abkühlen laden sich gegenüberliegende Flächen des Kristalls entgegengesetzt auf. Diese Eigenschaft macht ihn für Anwendungen in der Elektronik und Mikroskopie wertvoll. Als hochgeschätzter Silber- oder Gold-Münzenbestandteil findet der Turmalin zwar keine Anwendung, doch seine außergewöhnliche Ästhetik prädestiniert ihn für die Verzierung von Medaillen, Gedenkprägungen oder als luxuriöses Element in Sammlerobjekten.
Der Wert von Turmalinen ist in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. Besonders farbintensive Exemplare mit einem deutlichen Farbverlauf und einer ansprechenden Größe gelten als attraktive Wertanlage für Sammler und Investoren.
(Na,Ca)(Li,Mg,Fe,Al)₃Al₆(BO₃)₃Si₆O₁₈(OH)₄
7 - 7,5
2,82 - 3,32 g/cm³
Trigonal
Vielfältig (farblos, blau, rosa, rot, grün, gelb, schwarz u.a.)
Pyroelektrisch, Pleochroismus