Münz-Lexikon
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Zainende
Das Zainende ist eine spezifische Form der Fehlprägung, die nicht durch einen Fehler im Prägevorgang selbst, sondern durch einen fehlerhaften Münzrohling entsteht. Es handelt sich um einen unvollständigen oder angeschnittenen Rohling, der zu einer ungleichmäßig gerundeten Münze führt.
Entstehung und Merkmale eines Zainendes
Die Herstellung von Münzen beginnt mit dem Ausstanzen von runden Rohlingen, den sogenannten Ronden, aus einem großen Metallblech, dem sogenannten Zain. Ein Zainende entsteht, wenn das Stanzwerkzeug beim Ausstanzen nicht perfekt positioniert ist oder über den Rand des Blechs hinausragt. Man unterscheidet hierbei zwei Haupttypen.
Ein gerades Zainende entsteht, wenn das Stanzwerkzeug über den äußeren Rand des Zains hinausragt. Ein Teil des Münzrandes ist dann tatsächlich der ursprüngliche, gerade Rand des Blechstreifens. Ein rundes Zainende hingegen bildet sich, wenn der Stanzschnitt teilweise in einen Bereich geht, aus dem bereits ein anderer Rohling ausgestanzt wurde. Dies führt zu einer abgerundeten Fehlstelle am Rand der Münze.
Da in modernen Prägeanstalten sowohl die Rohlinge als auch die fertigen Münzen streng gewogen werden, gelangen in der Regel nur Münzen mit höchstens einem kleinen, tolerierbaren Zainende in den Umlauf. Größere fehlende Stücke werden von den Waagen sofort erkannt und aussortiert, bevor sie überhaupt geprägt werden können.
Echte Zainenden erkennen und Sammlerwert
Ein entscheidendes Merkmal echter Zainenden ist, dass sie vor dem eigentlichen Prägevorgang entstehen. Die Kanten eines echten Zainendes sind daher niemals ganz glatt oder scharfkantig. Beim Prägen wird das Metall unter hohem Druck verformt und in die Prägestempel gepresst. Dabei fließt Material auch in den Bereich des angeschnittenen Rohlings. Dies führt dazu, dass die Kante des Zainendes immer leicht gerundet und verformt erscheint, nicht wie ein nachträglich abgeschnittenes Stück.
Beschädigte Münzen, bei denen Stücke nach der Prägung entfernt wurden, sind keine wertsteigernden Zainenden. Solche Nachahmungen sind oft an einem geraden, scharfen Schnitt oder an Spuren von Feilen zu erkennen, falls versucht wurde, die Kante zu runden. Echte Zainenden sind ein faszinierendes Zeugnis des Herstellungsprozesses und werden von Sammlern hoch geschätzt.
Der Sammlerwert einer Münze mit Zainende hängt stark von der Seltenheit und der Ausprägung des Fehlers ab. Je unwahrscheinlicher ein Zainende ist, desto wertvoller wird die Münze. Eine Münze, die beispielsweise zwei Zainenden aufweist, ist daher deutlich wertvoller als eine mit nur einem. Dabei spielt es eine Rolle, ob es sich um zwei gerade, zwei runde oder eine Kombination handelt. Wichtig ist auch die Lage der fehlenden Stücke zueinander: Bei zwei geraden Zainenden müssen deren Verlängerungen einen rechten Winkel bilden, da sie nur am Rand des ursprünglichen Zains entstehen können. Solche seltenen und gut ausgeprägten Fehlprägungen können den Wert einer Münze erheblich steigern.
Herstellungsschritte und die Entstehung von Zainenden
Blechherstellung (Zain): Das Ausgangsmaterial für Münzen ist ein Metallblech, der sogenannte Zain. Dieses Blech wird in der Regel in großen Rollen angeliefert und muss eine gleichmäßige Dicke und Zusammensetzung aufweisen.
Ausstanzen der Ronden: Mit speziellen Stanzwerkzeugen werden aus dem Zain die runden Münzrohlinge, auch Ronden genannt, ausgestanzt. Hierbei wird das Werkzeug präzise über das Blech geführt, um eine optimale Materialausnutzung zu gewährleisten.
Entstehung des Zainendes: Ein Zainende entsteht, wenn das Stanzwerkzeug nicht vollständig in den Blechbereich eindringt, sondern entweder über den Rand des Zains hinausragt (gerades Zainende) oder teilweise in eine bereits ausgestanzte Fläche schneidet (rundes Zainende). Dies führt zu einem unvollständigen, angeschnittenen Rohling.
Qualitätskontrolle und Gewichtsprüfung: Nach dem Ausstanzen durchlaufen die Ronden eine strenge Qualitätskontrolle. Insbesondere werden sie gewogen. Ronden mit größeren fehlenden Stücken, die durch ein Zainende verursacht wurden, unterschreiten das Sollgewicht erheblich und werden sofort aussortiert und dem Recycling zugeführt. Nur Ronden mit sehr kleinen, tolerierbaren Zainenden gelangen zur Prägung.
Prägung und Verformung: Beim eigentlichen Prägevorgang wird der Rohling unter hohem Druck zwischen zwei Prägestempeln verformt. Das Metall fließt dabei in die Vertiefungen der Stempel und füllt auch den Bereich des Zainendes aus. Dies führt dazu, dass die Kante eines echten Zainendes niemals scharf oder glatt ist, sondern immer leicht gerundet und verformt erscheint, da das Material in diesen Bereich gedrückt wurde.