Münz-Lexikon
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Gold-Vorkommen
Schmelzpunkt: 1064,18 °C / Dichte: 19,3 g/cm³ / Härte (Mohs): 2,5–3
Gold (Au), ein chemisches Element der Gruppe der Übergangsmetalle, ist eines der seltensten und wertvollsten Edelmetalle. Seine einzigartigen physikalischen und chemischen Eigenschaften – insbesondere seine hohe Dichte, extreme Duktilität und Malleabilität sowie seine außergewöhnliche Korrosionsbeständigkeit – prädestinieren es seit Jahrtausenden für die Münzprägung. Es kommt in der Natur gediegen vor, oft als Goldstaub, -körner oder in Quarzadern, und ist für seine Beständigkeit gegen Oxidation und die meisten Säuren bekannt. Diese Eigenschaften gewährleisten die Langlebigkeit und Werterhaltung von Goldmünzen über Jahrhunderte.
Historische Bedeutung und Vorkommen
Die historische Bedeutung von Gold reicht bis ins 5. Jahrhundert v. Chr. zurück. Bereits die Ägypter gewannen ab 2000 v. Chr. Gold im unteren Nubien durch Bergbau. In Lydien (Kleinasien) wurde ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. eine natürliche Goldlegierung, das sogenannte Elektron, für die Herstellung der ersten Goldmünzen verwendet. Die Römer bezogen ihr Gold aus Provinzen wie Hispania und Dakia, wobei Goldmünzen erst unter Julius Caesar (60-44 v. Chr.) eine zentrale Rolle im römischen Münzwesen spielten.
Im 14. Jahrhundert wurden venezianische Dukaten und florentinische Florene aus Goldvorkommen des Fichtelgebirges, Böhmens und Siebenbürgens geprägt. Der Golderzabbau erlebte im 16. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum seine Blütezeit. Russland intensivierte im 19. Jahrhundert seine Goldproduktion im Ural.
Goldräusche und moderne Produktion
Bedeutende Goldfunde in Kalifornien (1848), Nevada und Klondyke (1897) lösten in den USA regelrechte Goldräusche aus. Auch in Australien setzte 1851 ein Goldrausch ein. Südafrika übernahm Ende des 19. Jahrhunderts die Führung in der Goldproduktion und ist bis heute mit einer Jahresproduktion von rund 100.000 kg ein weltweit führender Lieferant. Etwa 40 Prozent des bergmännisch geförderten Goldes stammen aus den USA, Russland und Australien. Der durchschnittliche Goldanteil in der kontinentalen Erdkruste beträgt 0,004 ppm, was etwa 4 Gramm pro 1.000 Tonnen Gestein entspricht. In abbauwürdigen Lagerstätten liegt dieser Anteil oft bei mehreren Gramm pro Tonne.
Gold in der Numismatik
Die Beständigkeit und der hohe intrinsische Wert machen Gold zum idealen Material für Anlage- und Sammlermünzen. Moderne Goldmünzen werden oft mit einem Feingehalt von 999,9/1000 (24 Karat) geprägt, wie beispielsweise die 20-Euro-Goldmünze "Wisent" oder die 100-Euro-Goldmünze "Die Judenbuche" aus Deutschland. Diese hohe Reinheit unterstreicht nicht nur den Wert, sondern auch die ästhetische Brillanz des Metalls.
- Symbol: Au
- Ordnungszahl: 79
- Gruppe: Übergangsmetalle
- Elektronegativität: 2,54 (Pauling)
- Oxidationsstufen: +1, +3
- Reaktionsfähigkeit: Sehr gering, edel
- Dichte: 19,3 g/cm³
- Schmelzpunkt: 1064,18 °C
- Siedepunkt: 2856 °C
- Härte (Mohs): 2,5 – 3
- Farbe: Goldgelb
- Glanz: Metallisch
- Duktilität: Extrem hoch (1g zu 3000m Draht)
- Malleabilität: Extrem hoch (1g zu 1m² Blatt)
- Gediegen in Quarzadern, Seifenlagerstätten
- Weltweite Hauptproduzenten: China, Australien, Südafrika, Russland, USA
- Anteil in Erdkruste: ca. 0,004 ppm
- Gewinnung: Bergbau, Amalgamation, Cyanidlaugerei