Heckenmünze

Unter Heckenmünze versteht man eine illegal betriebene Münzprägeanstalt im Mittelalter beziehungsweise der Renaissance. Der Begriff geht zurück auf das 15. und 16. Jahrhundert, als solche geheimen Münzstätten in vielen Orten betrieben wurden. Generell galten alle Prägeanstalten nach der Reichsmünzordnung von 1559 als illegal, falls sie sich nicht in einer Reichsstadt oder einem der Mitgliederstaaten des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nationen befanden, in denen es eine Silbermine beziehungsweise Silberbergbau gab.

Um Münzen in einer Heckenmünze zu erstellen, wurden üblicherweise gute Münzen mit einem hohen Gehalt an Edelmetall genutzt. Durch Einschmelzen gelangte man an die Rohstoffe, die dann in der Folge mit minderwertigen Metallen gestreckt wurden. Die neue Masse wurde dann dazu genutzt, um neue Münze zu schlagen.

Je nach Wert sprach man dabei von Heckenpfennig, Heckengroschen oder Heckentaler. Um den Münzen mehr Legitimität zu verschaffen, nutzen Heckenmünzen zudem Münzwappen anderer Münzprägeanstalten. So ließ sich die wahre Herkunft verschleiern.

Die Heckenmünze im ausgehenden Mittelalter

Heckenmünzen waren am Ende des Mittelalters und während der Renaissance weit verbreitet. Betrieben wurden sie dabei meist von den Herrschern der jeweiligen Regionen. Fürsten und Stadtherren, die kein Recht besaßen, Münzen zu prägen, begingen damit praktisch Falschmünzerei.

Aber auch in Regionen, in denen Münzen legal hergestellt werden durften, waren Heckenmünzen durchaus üblich. Hier wurden sie dazu genutzt, um zusätzliche Einnahmen zu kreieren.

Aufgrund der komplizierten Gesetzeslage in den Staaten des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nationen gab es wenige Möglichkeiten, um dem Treiben der verschiedenen Heckenmünzen Einhalt zu gebieten. Den Höhepunkt der illegalen Münzprägeanstalten bezeichnet man als sogenannte Kipper- und Wipperzeit.

Zwischen 1620 und 1623 hatte der Dreißigjährige Krieg zu einer massiven Zunahme von Heckenmünzen geführt. Um die hohen Kosten des Krieges zu decken, griffen viele Fürsten auf die Möglichkeit der günstigen Münzprägung zurück. In der Folge kam es jedoch zu einer massiven Münzentwertung aufgrund der großen Anzahl minderwertiger Münzen.

Nachdem die regierenden Fürsten dann erkennen mussten, dass ihre Münzen zunehmend an Wert verloren, wurden illegale Prägungen wieder stark reduziert und die minderwertigen Münzen nach und nach ersetzt. Zu einer ähnlichen Entwertung auf Grund von Heckenmünzen kam es noch einmal während der Jahre 1670-1690 (Kleine Wipperzeit) sowie ab 1757 während des Siebenjährigen Krieges (dritte Kipper- und Wipperzeit).

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